E420 und die Sorbitintoleranz

Wer Süßigkeiten und Obst nicht gut verträgt, könnte an einer Sorbitintoleranz leiden. Der Einsatz von Sorbit ist in der Lebensmittelindustrie beliebt und versteckt sich auch unter dem Namen E420. Welche Symptome die Sorbitintoleranz aufzeigt und was Sie dagegen tun können, lesen Sie hier.

Sorbitintoleranz

Zuletzt aktualisiert am 22. April 2020 um 12:31

Wer an einer Fructoseintoleranz leidet, kämpft mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mit einer Sorbitintoleranz. Denn Sorbit und Fructose kommen oft in den gleichen Lebensmitteln wie etwa in Trockenobst, Steinobst und Kernobst vor. Da Sorbit im Darm die Fructoseaufnahme hemmt, kann sich bei bestehender Fructoseintoleranz die Symptomatik bei der Aufnahme von Sorbit verschlimmern.

Die Lebensmittelindustrie nutzt Sorbit auch gerne als Zuckeraustauschstoff in sogenannten zuckerfreien Produkten, daher versteckt sich Sorbit auch in Süßigkeiten. Diese werden dann ebenfalls nicht gut vertragen. In höheren Mengen leiden sogar bis zu 80 % aller Menschen der westlichen Welt unter einer Sorbitintoleranz!

Bis zur Einführung von Zuckeraustauschstoffen stellte die Sorbitintoleranz kein relevantes Problem dar, denn Sorbit kommt in der Natur nur in sehr geringen Mengen vor.

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Einzig bestimmtes Steinobst und getrocknetes Obst enthält von Natur aus signifikante Mengen. Hier kommt es jedoch nur bei wenigen Menschen zu Symptomen, da diese Nahrungsmittel nur selten in wirklich hohen Mengen konsumiert werden. Trockenobst sollte nur in geringen Mengen konsumiert werden und da es sich um sehr sättigende Nahrungsmittel handelt, ist von einem übermäßigen Konsum nicht auszugehen.

Künstlich zugesetztes Sorbit ist das wichtigere Problem.

Die geheimnisvolle Sorbitintoleranz oder die Unverträglichkeit von E420

Während die Laktose-, Fructose- oder Glutenintoleranz relativ bekannt sind, haben bisher nur wenige von der Sorbitintoleranz gehört. Was ist eigentlich Sorbit? Sorbit oder Sorbitol ist ein Zuckeralkohol und kommt in der Natur in reifen bis überreifen Früchten vor.

Da es den Zahnschmelz nicht angreift, wenig Kalorien hat und trotzdem süß schmeckt, wird Sorbit gerne als Ersatz für Zucker verwendet. Auch als Feuchthaltemittel in industriell hergestellten Backwaren und Süßigkeiten wird Sorbit gerne eingesetzt. Das macht zum Beispiel den Mäusespeck, Marshmallows oder Gummibärchen schön schaumig und sorgt für ein angenehmes Mundgefühl. Brote oder Kuchen bleiben mit Sorbit länger feucht. Ebenfalls ist Sorbit in Bonbons, Cola-Getränken, Limonaden, in Diätmarmeladen und in zuckerfreien Lebensmitteln enthalten.

Auf der Zutatenliste bei solchen Produkten steht meist E420. Das ist das Sorbitol oder Sorbit. Es befindet sich in beinahe allen als zuckerfrei deklarierten Lebensmittelprodukten. Neben Müsli und Backwaren befindet es sich auch in Kaugummis.

Darf ich andere Zuckeraustauschstoffe zu mir nehmen?

Wenn Sie E420 bzw. Sorbit nicht vertragen, ist es wahrscheinlich, dass Sie andere Zuckeraustauschstoffe auch nicht vertragen. Lesen Sie beim Einkaufen die Zutatenliste und vermeiden Sie Produkte mit folgenden Austauschstoffen:

  • E 954: Isomalt
  • E 421: Mannit
  • E 966: Laktit
  • E 965: Maltit und Maltitsirup
  • E 967: Xylit (wird gegebenenfalls in Maßen toleriert)
  • E 968: Erythrit (wird gegebenenfalls in Maßen toleriert)

Wenn es im Darm grummelt – Die Symptome der Sorbitintoleranz

Bei der Sorbitintoleranz, wie auch bei anderen Intoleranzen liegt die Ursache im Darm. Wenn die Resorption, also die Aufnahme von Sorbit im Darm gestört ist, fermentieren und vergären Darmbakterien das Sorbit und es entstehen Gase. Es kommt zum Blähbauch. Durchfall, Krämpfe und Mundgeruch können ebenfalls auftreten.

Das sind die Symptome einer Sorbitintoleranz:

  • Blähungen
  • Durchfall
  • Bauchkrämpfe
  • Mundgeruch
  • Auftreten nach dem Verzehr sorbithaltiger Nahrungsmittel

Wie mit einer Sorbitintoleranz umgehen?

Da die Symptome bei einer Sorbitintoleranz der einer Fructose- und Laktoseintoleranz ähneln, ist ein Selbsttest schwierig. Sinnvoll ist hier eine Weglass-Diät: Beobachten Sie Ihren Körper und seine Reaktionen auf Lebensmittel.

Vielleicht vertragen Sie kleinere Mengen, aber bei großen Mengen rebelliert Ihr Magen-Darm-Trakt? Finden Sie, wie auch bei anderen Unverträglichkeiten Ihre Toleranzgrenze.

Sorbitintoleranz Diagnose

Auch ein Atemtest beim Arzt gibt Aufschluß über Ihre Intoleranzen. Viele Gastroenterologen und Hausärzte bieten Atemtests auf diverse Unverträglichkeiten an und können mit Sicherheit bestätigen, ob Sie betroffen sind, oder nicht.

Dabei wird der Arzt Ihnen auf nüchternen Magen eine Trinklösung mit gelöstem Sorbit zu trinken geben. Bei einer Sorbitintoleranz wird es nicht nur zu bestimmten Symptomen kommen – auch werden Abbauprodukte des Zuckers in Ihrer Atemluft feststellbar sein. Wasserstoff (H2) und Methan (CH4) sind die wichtigsten davon.

Nach einer entsprechenden Diagnose können Sie fortan Ihre Ernährung so umstellen, dass Sie weniger davon konsumieren. Gleichzeitig empfiehlt es sich, nach weiteren Darmproblemen Ausschau zu halten und gegebenenfalls zu beseitigen. Sehr häufig werden mit Zucker-Intoleranzen die Darmerkrankungen SIBO, Leaky Gut Syndrom und Reizdarmsyndrom beobachtet.

Eine Intoleranz kommt selten allein – wenn wieder Alarm im Darm herrscht

Wer häufiger unter Magen-Darm-Beschwerden leidet, verträgt neben Sorbit vermutlich auch nur schlecht andere Zucker wie etwa Fruchtzucker und Laktose. Denn wenn das Darm-Milieu geschwächt ist, können sich in solchen Situation weitere Unverträglichkeiten entwickeln, zum Beispiel eine Fructose- oder Glutenintoleranz.

Ernährung: Was für Fruktoseintoleranz gilt, gilt auch für Sorbitintoleranz

Wie schon bei der Fructose gilt auch bei Sorbit: Es empfiehlt sich, alle Lebensmittel zu meiden, die Sorbit enthalten. Da es sich um einen künstlichen Zuckeraustauschstoff handelt, ist dies relativ einfach: Vermeiden Sie industriell hergestellte Lebensmittel und essen Sie so weit es geht naturbelassene Produkte.

Der Darm ist das Haus unseres Immunsystems, deshalb hilft es auch, den Darm zu entlasten, zu beruhigen und langfristig zu stärken. Eine Fastenkur entlastet den Darm auch und hilft bei einer Ernährungsumstellung. Ein angeschlagener Darm besitzt oft eine verminderte körpereigene Abwehr und ist damit schneller anfällig für Infekte.

Wenn Sie gelegentlich an Darmproblemen leiden wird empfohlen, zunächst die Ernährung darmfreundlicher zu gestalten. Zwei Beiträge, die Ihnen dabei helfen könnten, sind diese hier: Lebensmittel für einen gesunden Darm, Nahrungsmittel die dem Darm schaden.

Sollten Sie tiefgreifendere Darmerkrankungen vermuten, helfen Ihnen die Beiträge auf dem Autoimmunportal in der Kategorie „Darmerkrankungen“ sicherlich weiter.

Im Anschluss soll es um Praxistipps bei einer diagnostizierten oder vermuteten Sorbitintoleranz gehen:

Sorbitintoleranz – Nicht empfehlenswerte Lebensmittel

Die folgenden Lebensmitteln enthalten signifikante Mengen Sorbit (natürlich oder künstlich), um zu genannten Symptomen zu führen. Bei bekannten Problemen mit Sorbit empfiehlt es sich, diese zu reduzieren und auf Alternativen zurück zu greifen:

  • Diabetiker- und Light-Produkte
  • zuckerfreie Kaugummis
  • zuckerfreie Bonbons
  • Birnen
  • Aprikosen
  • Pflaumen
  • Äpfel
  • Pfirsiche
  • Kirschen
  • Trockenobst
Sorbit kommt als Zuckerersatz und Feuchthaltestoff oft in Süßigkeiten vor
Die Lebensmittelindustrie nutzt Sorbit auch gerne als Zuckeraustauschstoff in sogenannten zuckerfreien Produkten, daher versteckt sich Sorbit auch in Süßigkeiten.

Sorbitintoleranz – Empfohlene Lebensmittel

Diese Nahrungsmittel enthalten wenig bis kein Sorbit und können die Basis der Ernährung bei einer Sorbit-Intoleranz ausmachen. Greifen Sie gerne reichlich darauf zurück:

  • Unverarbeitetes Fleisch
  • Fisch, Eier
  • Öle
  • Essig
  • Salz, Pfeffer
  • Frische Kräuter
  • Gemüse, wie Aubergine, Paprika, Blattsalate, Spinat, Pastinaken, Radieschen, Brokkoli, Erbsen, Fenchel, Grünkohl, Kohlrabi, Mangold, Okra, Oliven, Spargel, Zwiebel
  • Getreide, Reis
  • Kartoffeln
  • Beerenobst: Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, Sanddorn, Johannisbeeren
  • Melone: Wassermelone, Honigmelone
  • Zitrusfrüchte: Zitrone, Limette, Orange, Grapefruit
  • Kiwi
  • Banane
  • Quitte
  • Ananas

Fazit: So lindern Sie Ihre Symptome bei einer Sorbitintoleranz

Viele Menschen haben eine Sorbitintoleranz, da der Darm den Zuckeraustauschstoff in großen Mengen nicht verarbeiten kann. Ursache ist einerseits ein geschwächtes Darm-Milieu und andererseits ein Übermaß an industriell hergestellten Lebensmitteln.

Durch eine gezielte Ernährungsumstellung, weg von Fertigprodukten und hin zu naturbelassenen Lebensmitteln, können Sie Ihre Beschwerden lindern und langfristig sogar beschwerdefrei leben.

Wie sind Ihre Erfahrungen zur Sorbitintoleranz? Würden Sie gerne etwas ergänzen? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

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