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Mit Curcumin Krebs bekämpfen?

4 Minuten

Geschrieben von:

Kornelia C. Rebel

Medizinisch überprüft von:

Dr. Barbara Müller

Inhaltsüberblick

Zuletzt aktualisiert am 8. Dezember 2022 um 10:47

Mit Enzym den Code für Curcumin geknackt

Curcumin, die in Kurkuma enthaltene biologisch aktive Verbindung, hat sich in der klinischen Krebsforschung bereits als vielversprechend erwiesen. Die neue Studie der japanischen Forscher fügt nun weitere Beweise hinzu, die eine Verwendung von Curcumin in der klinischen Pflege unterstützen.

Sie sind mit der Entwicklung einer Curcumin-Prodrug namens TBP1901 beschäftigt, die Krebs ohne nachteilige Nebenwirkungen bekämpfen soll. Prodrug ist ein Begriff, der einen wenig aktiven Stoff bezeichnet. Erst durch die Verstoffwechslung entfaltet die Substanz ihre Wirkung.

Nebenwirkungen nicht erwartet

Curcumin ist ein Wirkstoff in Kurkuma. Diese leuchtend gelbe Wurzel wird meist in Indien angebaut. Sie spielt in der indischen Küche eine ebenso große Rolle wie in der traditionellen Heilmethode Ayurveda. Die wohltuenden Wirkungen des Wirkstoffs Curcumin werden seit langem untersucht.

Unter anderem hat sich gezeigt, dass Curcumin Schwellungen und Entzündungen verringern sowie die Verdauung verbessern und Depressionen bekämpfen kann. In Bio-Lebensmitteln wird Kurkuma häufig als Alternative zu künstlichen Lebensmittelfarbstoffen verwendet. „Curcumin wird seit langem als Gewürz oder Lebensmittelfarbe verwendet, daher erwarten wir nur minimale Nebenwirkungen“, sagte der Hauptautor der Studie, Masashi Kanai in einer Pressemitteilung. Die Studie wurde im European Journal of Pharmacology veröffentlicht.

Problem bisher: Bioverfügbarkeit und Stabilität

Bisher wurden keine unerwünschten Effekte von Curcumin bekann. Deshalb ist diese Substanz ein attraktiver Wirkstoff für Wissenschaftler, die sich mit Tumoren beschäftigen. Bisherige Krebstherapien sind meist mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden.

Bekannt war, dass die orale Einnahme von Curcumin bei manchen Krebspatienten eine starke Wirksamkeit zeigte. berichten von einer starken Wirksamkeit bei oraler Einnahme bei Krebspatienten. Allerdings haben die geringe Bioverfügbarkeit und Instabilität von Curcumin bisher die klinische Anwendung eingeschränkt.

Enzym GUSB der Schlüssel für Curcumin

Kanai und sein Team haben das Enzym GUSB identifiziert, das Curcumin aktivieren könnte. So könnte die bislang schlechte Bioverfügbarkeit erhöht werden. Das Enzym spielt eine entscheidende Rolle bei der Umwandlung der Prodrug TBP1901 in Curcumin.

Darüber hinaus konnten sie durch Analysen mit CRISPR-Cas9-Screening bestätigen, dass Curcumin möglicherweise usätzliche spezifische therapeutische Ziele haben könnte. „Die hohe Umwandlungsrate von TBP1901 in Curcumin im Knochenmark rechtfertigt seine klinische Anwendung bei Krankheiten, die im Knochenmark wachsen, wie multiples Myelom und Leukämie“, erklärte Kanai.

Bahnbrechende Ergänzung für aktuelle Krebstherapien?

In Fachkreisen wird die Entdeckung dieses Enzyms mit den Knacken eines Codes verglichen. Das könnte die Entwicklung von Medikamenten mit Curcumin vorantreiben. Dies wäre eine bahnbrechende Ergänzung zur momentanen Behandlung aggressiver Krebsarten. Aktuelle Therapien neigen dazu, den Körper zu verwüsten, während sie den Krebs zu bekämpfen.

Curcumin hat das Potenzial, das Leben von Krebspatienten stark zu verbessern, so die Studienautoren. Es bekämpft Krebs wirksam, ohne schädliche Nebenwirkungen auszulösen.

Quelle:

Abe T, Horisawa Y, Kikuchi O, Ozawa-Umeta H, Kishimoto A, Katsuura Y, Imaizumi A, Hashimoto T, Shirakawa K, Takaori-Kondo A, Yusa K, Asakura T, Kakeya H, Kanai M. Pharmacologic characterization of TBP1901, a prodrug form of aglycone curcumin, and CRISPR-Cas9 screen for therapeutic targets of aglycone curcumin. Eur J Pharmacol. 2022 Nov 15;935:175321. doi: 10.1016/j.ejphar.2022.175321. Epub 2022 Oct 10. PMID: 36228744. (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36228744/)

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