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Neue App für Zahnarztbesuche von Kindern?

4 Minuten

Geschrieben von:

Kornelia C. Rebel

Medizinisch überprüft von:

Saskia Bauhausen

Inhaltsüberblick

Zuletzt aktualisiert am 14. Dezember 2022 um 16:45

Richtungsweisendes Projekt für Behandlung von Kleinkindern

Karies ist nach wie vor eine der häufigsten Erkrankungen bei Kleinkindern. 40 Prozent der Kinder im Vorschulalter haben mindestens einen Zahn mit Karies. Zuckerhaltige Getränke und Snacks sowie mangelnde Mundhygiene sind die häufigsten Ursachen für Karies. Bleibt sie unbehandelt, kann sie um sich greifen.

Die Dental Screening Study möchte ein zahnfotografisches Verfahren als alternatives Screening-Verfahren in den Praxen von Zahnärzten einführen lassen. Die Methode basiert auf Standbildern. Eltern nehmen den Mund ihres Kindes mit der Kamera eines Smartphones auf und schicken das Bild via Internet zum Zahnarzt. Diese Bilder werden dann für eine Beurteilung durch Zahnärzte verwendet.

Die Ergebnisse dieser aktuellen Studie werden dazu beitragen, so die Studienautoren, eine kostengünstige und nachhaltige Zahnvorsorge für Kinder bereitzustellen. Diese kann unabhängig von äußeren Faktoren jederzeit durchgeführt werden. Dieser Ansatz hat das Potenzial, die Behandlung von Kindern basierend auf ihren zahnärztlichen Bedürfnissen zu bewerten. So kann zum richtigen Zeitpunkt eine angemessene Behandlung angeboten werden.

Die zahnärztliche Screening-Studie ist Teil des australischen ORIGINS-Projekts, das 10.000 Familien über ein Jahrzehnt begleitet, um die Gesundheit von Kindern und Erwachsenen zu verbessern.

Die Gemeinschaftsstudie wird von Forschern der University of Western Australia (UWA), des Telethon Kids Institute und des Joondalup Health Campus unter der Leitung von Dr. Somayyeh Azimi und Dr. Jilen Patel sowie dem australischen eHealth-Forschungszentrum des CSIRO, vertreten durch Dr. Mohamed Estai, durchgeführt.

Dr. Patel, ein spezialisierter Kinderzahnarzt und leitender Dozent an der UWA, sagte, die Studie sei aufgrund der Pandemie ins Leben gerufen worden.

Dr. Patel wies darauf hin, dass neben zuckerhaltigen Lebensmitteln und nachlässiger Mundhygiene auch mangelnde Kompetenz der Eltern und fehlender Zugang zu medizinischer Versorgung zur Häufigkeit von Karies beitragen: „Oft bleiben die ersten Anzeichen der Krankheit unentdeckt und können, wenn sie nicht behandelt werden, zu Schmerzen und Infektionen sowie nachteiligen Auswirkungen auf Ernährung, Bildung und Schlaf führen.“

Die aktuelle Forschung wird an dreijährigen Kindern durchgeführt. Eltern verwenden dabei eine vom CSIRO ehealth Research Centre entwickelte Tele-Dental-App.

„Die Fotos werden dann an einen sicheren Online-Server gesendet, wo ein Zahnarzt die Bilder nahezu in Echtzeit auswerten und über alle notwendigen Behandlungs- und Pflegewege beraten kann, während das Kind Zuhause bleibt“, sagte Dr. Patel.

Die Machbarkeit, Sensitivität und Spezifität der App im Vergleich zur herkömmlichen klinischen Untersuchung werden im Rahmen der aktuellen Forschung ebenso berücksichtigt wie das Feedback der Eltern.

„Das Verfahren ist nicht-invasiv und möglicherweise weniger stressig für kleine Kinder und könnte als Teil der Telemedizin verwendet werden, so wie Menschen ihren Hausarzt per Telefon oder Videoanruf sehen“, so Dr. Patel.

Quelle:

https://originsproject.telethonkids.org.au/sub-projects/dental-screening/

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