Der TSH Wert bei Hashimoto

Der TSH Wert bei Hashimoto

Zuletzt aktualisiert am 29. September 2020 um 23:05

Bei Ihnen wurde Hashimoto Thyreoiditis diagnostiziert und Ihre Hashimoto Behandlung ist bereits im vollen Gange. Aber die Werte sollten regelmäßig überprüft werden! Die Hormon- und Antikörpertiter sollten engmaschig kontrolliert und an die Therapie und Hashimoto Ernährung angepasst werden. Daher die Frage: Wie sollte der TSH-Wert bei Hashimoto sein?

Wie sollte der TSH Wert bei Hashimoto sein?

Wenn Therapie und Ernährungsumstellung bereits im vollen Gange sind, muss die Überwachung der Blutwerte engmaschig erfolgen. Mit engmaschig ist eine Kontrolle alle vier bis sechs Wochen (im Optimalfall) gemeint. Das macht eine Blutabnahme alle vier bis sechs Wochen notwendig.

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Die Medikamentierung und die Ernährung sollten stets an die aktuellen Werte angepasst werden. Außerdem soll überwacht werden, wie gut Medikamentierung und Ernährung anschlagen und sich die Werte verbessern.

Bei Autoimmunerkrankungen gilt es, keine Zeit zu verlieren. Der Autoimmunprozess sollte möglichst schnell gestoppt und die Entzündung reduziert werden. So wird weiterer Schaden an der Schilddrüse verhindert und das Risiko reduziert, dass sich der Autoimmunprozess auf andere Gewebe ausweitet.

Die Blutkontrolle sollte also alle 4-6 Wochen erfolgen – auf welche Werte sollte dabei geachtet werden?

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Der TSH-Wert

Als Teil der Schilddrüsendiagnostik ist der TSH-Wert eine gute Grundlage – mehr nicht. Um einen wirklichen Einblick in die Schilddrüsengesundheit zu bekommen, empfehlen wir Ihnen, die unten aufgelisteten Werte messen zu lassen.

TSH ist ein in der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) gebildetes Hormon, das die Schilddrüse stimulieren soll. Je niedriger die Leistung der Schilddrüse, desto höher der TSH-Wert – so lautet die Faustregel. Ein zu hoher TSH-Wert zeigt also eine latente Schilddrüsenunterfunktion an.

Der Referenzbereich von TSH wird in Deutschland mit 0,4 – 4,5 mIU/l beziffert. Bei einem Wert von über 2 mIU/l spricht man schon von einer Schilddrüsenunterfunktion – allerdings könnte dahinter auch ein Nährstoffmangel liegen. Genau weiß man es, wenn die unten aufgelisteten Werte gemessen und in Relation gebracht werden.

Der TSH-Wert sollte im Laufe der Therapie auf unter 2, besser noch auf unter 1,5 mIU/l, fallen. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Schilddrüse wieder mehr Hormone produziert.

Hashimoto Blutkontrolle – Diese Werte müssen gemessen werden

Um Hashimoto Thyreoiditis zu überwachen, ist mehr als nur die Kontrolle von TSH nötig. Ehrlich gesagt, ist die Messung von lediglich TSH vom Arzt grob fahrlässig. Denn dieser Wert sag nur wenig über die eigentliche Schilddrüsengesundheit aus.

Wenn Sie einen wirklichen Überblick über die aktuelle Lage in der Schilddrüse erlangen möchten, empfehlen wir Ihnen alle folgende Werte zu messen:

  • TSH
  • fT4 (Vorstufe von T3)
  • fT3 (aktives T3)
  • rT3 (reverses, d.h. inaktives T3)
  • TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper)
  • TPOAK (Thyreoperoxidase-Antikörper)
  • TGAK (Thyreoglobulin-Antikörper)
  • Alkalische Phosphatase
  • Verdauungsenzyme
  • Vitamin B12
  • Vitamin D
  • Selen
  • Zink
  • Eisen

Das ist eine ganze Menge an Werten, die wir hier auflisten. Aber das machen wir aus gutem Grund: All diese Werte sagen Ihnen, wie es wirklich um Ihre Schilddrüse bestellt ist. Nur TSH messen wird weder Ihnen noch dem Arzt viel über die Schilddrüsengesundheit aussagen. Wir empfehlen Ihnen daher dringend, all diese Werte zu messen und von einem Experten einschätzen zu lassen.

Denn nur dann wissen Sie und der Arzt, wo das tatsächliche Problem liegt – wo noch Stellschrauben sind, an denen gedreht werden kann, um die Schilddrüse wieder zu regenerieren.

Der Werterechner

In unserem Portal haben wir für Sie einen Rechner erstellt. Probieren Sie den Werterechner jetzt aus!

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Martin ist studierter Biochemiker und molekularer Biotechnologe (M.Sc., Technische Universität München) und arbeitete in der klinischen Forschung (Universitätsklinikum Erlangen) beschäftigt an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Martin möchte schwere biologische oder medizinische Themen einfach und verständlich beschreiben und Betroffenen so die Mittel an die Hand geben, wieder mehr Kontrolle über ihre Gesundheit zu erlangen. Weitere Beiträge von ihm sind auf den Portalen Primal-State, Edubily, MyProtein, Fairment, Paleolifestyle und SchnellEinfachGesund zu finden.

8 KOMMENTARE

  1. Mein Hausarzt ist endokrinologe und nimmt bei mir trotzdem nur TSH ab, obwohl ich Hashimoto-Thyreoiditis habe. Was soll ich tun? MfG

    • Hallo Maggy,
      In diesem Fall würden wir Ihnen raten, einen Arzt aufzusuchen, der mehr von der Schilddrüse versteht und Sie besser berät. Ein Arzt mit Schwerpunkt Naturheilkunde, Orthomolekularmedizin oder funktionelle Medizin könnte ein erster Anhaltspunkt sein.
      Viele Grüße,
      Martin Auerswald

  2. Hallo,
    ich leide seit Jahren unter Hashimoto Thyreoitis und bekam seit 1986 L Thyroxin von Henning von 75 mg bis 200 mg und bin meiner Ansicht immun dagegen geworden, das heißt keinerlei Wirkung nur NEBENWIRKUNG wie Bluthochdruck, Herzrthymusstörung, Vorhofflimmern, Tinnitus, Übelkeit bis Ohmachtsanfälle Synkopen.
    Jetzt habe ich das Medikament einfach letztes Jahr zeitweise, dauerhaft Abgesetzt und es geht mir besser – keinerlei Beschwerden mehr, okay mein Übergewicht ist nach wie vor nicht im Lot 30 kg zuviel die Ärzte bestehen darauf L Thyroxin weiter zu nehmen ich möchte es nicht mehr einnehmen.

    • Hallo und danke für Ihre Nachricht,
      Wir haben über Hashimoto einen ausführlichen Beitrag geschrieben, vielleicht hilft dieser Ihnen weiter: https://autoimmunportal.de/hashimoto-thyreoiditis/
      Dort finden Sie unten im Text auch den Hinweis auf unsere Hashimoto Facebook Gruppe, dort können Sie sich mit Gleichgesinnten austauschen, auch über alternative Behandlungswege.
      Viele Grüße,
      Martin Auerswald

  3. Sehr geehrter Herr Auerswald,

    erst einmal vielen Dank das Sie Ihr wissen auf dieser Seite kostenlos zu Verfügung stellen.
    Meine Frau und ich haben vor 2 Jahren unser leben auf den Kopf gestellt. Keine Kohlenhydrate mehr,
    Steinzeiternährung plus Nem‘s und Sport. Vorher nur Gassi gehen. Heute 5 x die Woche Sport, Kraftsport, Gymnastik, Jogging Intervalltraining auf dem Ergometer.

    Fazit: ein neues Leben – leicht – federnd Gesund. Zumindest was mich betrifft.

    Bei meiner Frau macht sich all das zwar auch bemerkbar, aber nicht so wie bei mir.

    Ich habe mich auf Spurensuche begeben und komme zu dem Schluss:
    Darm – Heuschnupfen – Schilddrüsenunterfunktion – Hochroter Kopf beim Training.
    Die Nahrungsergänzungsmittel und die Ernährung scheinen bei meiner Frau nicht so zu anzukommen wie bei mir.

    Ich setze nun bei der Schilddrüse an. Habe mir das Buch von Kyra, Sascha und Anno Hoffmann gekauft.
    Dabei stoße ich auf das Thema Jod (Betr. Auch mich Prostata, Iodoral 12,5mg) aufmerksam geworden. Nun halte ich es mit Max Planck der einmal sagte: am besten vertraut er wenn er es an sich selber ausprobiert. Damit halte ich es auch und bin auf meiner Reise durch die molekulare Medizin sehr weit gekommen.

    Ein bescheidene Frage habe ich und würde mich sehr freuen wenn Sie mir diese beantworten würden.
    Ich möchte dass mit dem Jod bei meiner Frau ausprobieren, in der Hoffnung das Sie von diesem
    L-Thyrox 88 weg kommt.

    Vielleicht durch Jod?
    Reduziert man das L-Thyrox oder kann man das mit Jod zusammen nehmen?
    Sollte ich Kelp Jod nehmen 150 µmc oder kann ich idoral nehmen?

    Jetzt sind es doch 3 Fragen geworden. Ich bitte dies zu entschuldigen und würde mich freuen von Ihnen zu hören.

    Sonnige Grüße
    Waldemar Thielen

    • Hallo Herr Thielen,
      Für eine Einschätzung mit Jod bei Thyroxin-Einnahme müsste ich die Schilddrüsen-Werte Ihrer Frau kennen (TSH, fT3, fT4 und Antikörper), um eine fundierte Aussage zu treffen. Bei gesunden Menschen finde ich persönlich Kelp (300-750 µg Jod) täglich ideal, ich selbst nehme täglich 750 µg ein und konnte damit (und mit Selen) meine Unterfunktion beseitigen.
      Die Werte können Sie mir gerne auch an martin@autoimmunportal.de schicken.
      Viele Grüße,
      Martin Auerswald

  4. Hallo..
    Ich habe Hashimoto-Thyreoditis diagnostiziert bekomme vor 5 Jahren… 11 Wochen nach der geburt meines Sohnes …
    Hatte lange Ruhe ohne Medikamente zu nehmen … bis vor circa 2 Jahren… seitdem des öfteren watte im Kopf und mal ein schnelleren puls..
    Vor circa 10 Wochen bin ich nachts wachgeworden mit herzrasen puls auf 154 … kam ins Krankenhaus, puls hat sich alleine reguliert .. Ultraschall echo vom herz und blutwerte waren alle i.o. … seitdem geht es mir immer schlechter.. bin aktuell in der 8. SSW und mir geht es miserabel … mein nuklear hat mich von 6 mal 75 mg und 1 mal 50 mg lthyroxin die woche auf täglich 75 mg hochgesetzt …
    Dann qwr ich zusätzlich bei einer Endokrinologin circa 2 wochen später habe ihr such gessgt was der nuklear erhöht hat… sie hat auch alles an blutwerte genommen was ging .. alles top nur den tsh will sie auf oder unter 1 bekommen wegen der ssw .. also hat sie mich auch nochmal erhöht auf 100 mg lthyroxin täglich.. das war vor einer Woche..
    Mir geht es nicht besser im Gegenteil habe ich eher das Gefühl das es schlimmer wird .. ich kann nicht mehr und bin mit meinen Nerven echt am ende 😭😭😭 So schlecht wie die letzten wochen ging es mir noch nie .. ständige watte im kopf ,fühle mich richtig unsicher, innerliche unruhe, herzrasen, herzstolpern, Herzklopfen… kann nicht mehr durchschlafen werde nachts wach und habe herzrasen oder Herzklopfen es ist so anstrengend 😭😭
    Warum kann mir keiner helfen ?

    Meine Nährstoffe sind alle Top 😭

    • Hallo Frau Bergmann,
      Bitte suchen Sie einen Arzt, der Sie nachhaltig unterstützen kann – einen funktionellen Mediziner, Orthomolekularmediziner o.ä. – Ihre Ärzte können Ihnen nicht helfen, weil ihre Behandlungsmaßnahmen begrenzt sind. Schreiben Sie mir gerne an martin@autoimmunportal.de und wir sehen zusammen, welcher Therapeut Sie am besten unterstützen kann.
      Viele Grüße,
      Martin Auerswald

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