Zusatzstoff E211 verändert Genaktivität

E211, Epigenom

Zuletzt aktualisiert am 12. Juni 2019 um 16:00

Natriumbenzoat, E211, nehmen viele Menschen täglich zu sich. Das weltweit am häufigsten eingesetzte Konservierungsmittel ist in Lebensmitteln wie Wurst, Erfrischungsgetränken, Ketchup, Senf oder Margarine zu finden. Auch für die Haltbarmachung von Kosmetikprodukten und Medikamenten wird es genutzt. Jetzt haben Forscher in Chicago eine Entdeckung gemacht. Der scheinbar unbedenkliche Zusatzstoff verändert bereits in geringen das Epigenom und die Genaktivität!

E211 beeinflusst Epigenom

Wie die Gene im menschlichen Körper abgelesen werden, hängt von dem genetischen Code (DNA) ab, aber auch von unserem Epigenom. Es handelt sich dabei um Proteine, die sich an der DNA und an Chromosomen ablagern. Diese steuern, welche Genabschnitte zum Ablesen freigegeben oder blockiert sind. Äußere Einflüsse wie beispielsweise Stress oder Ernährung beeinflussen das Epigenom. 

In einer aktuellen Studie der University of Chicago wurden bisher unbekannte Ablagerungen an der DNA von Säugetieren untersucht. Die Forscher suchten dabei nach einer Vorläufersubstanz, die für die Ablagerungen verantwortlich war. Dabei entdeckten sie ein Molekül, das unter anderem aus Natriumbenzonat gebildet wird. Schnell hatten sie E211 im Verdacht, was sich in einem weiteren Versuch bestätigte. Dafür versetzten die Forscher zwei Zelllinie mit verschiedenen Mengen Natriumbenzonat. Anschließend untersuchten sie das Epigenom. In beiden Zelltests konnten sie eine dosisabhängige Zunahme der Ablagerungen beobachten. Bereits geringe Mengen erhöhten die Ablagerungen dramatisch. 

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Außerdem untersuchte das Forschungsteam, an welchen Genen sich die Ablagerungen absetzten und wie dies die Aktivität der Gene beeinflusst. Die Ergebnisse ließen selbst die Wissenschaftler erstaunen: Die Ablagerungen beeinflussen tausende von Genen. Besonders häufig blockieren sie dabei DNA-Stellen, die den Start zum Ablesen der Gene markieren. Darüber hinaus konnte das Forschungsteam nachweisen, dass Natriumbenzonat die Genaktivität von wichtigen Stoffwechselvorgängen wie dem Zucker- und Insulinstoffwechsel beeinflusst. 

Weitere Studien müssen nun näher untersuchen, ob die neu entdeckten Auswirkungen durch den Zusatzstoff auch wirklich im menschlichen Körper eintreten. Bisher wurde der Zusatzstoff Natriumbenzonat E211 als allgemein sicher eingestuft. 

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