Vitamin-D-Mangel schlecht für Schilddrüse

Ein Mangel an Vitamin D macht sich offensichtlich verstärkt in der Schilddrüse bemerkbar. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Metastudie, die eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern durchgeführt hat. Demnach lassen sich bei Menschen mit autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen gehäuft niedrige Vitamin-D-Spiegel im Blutserum feststellen.

Niedrige Vitamin-D-Werte bei Autoimmunerkrankungen

Die Ergebnisse der Forscher wurden kürzlich in Wissenschaftsmagazin Endocrine Disorders veröffentlicht. Vitamin D übernimmt als hormonähnlicher Wirkstoff wichtige Aufgaben bei Hunderten von Stoffwechselprozessen im menschlichen Körper. Unter anderem wirkt es entzündungshemmend, indem es die Produktion von Zytokinen hemmt und T-Zell-abhängige Immunantworten bei Autoimmunerkrankungen verringert.

Für die Metastudie führten die Forscher eine systematische Überprüfung und Metaanalyse in Bezug auf die Korrelation des Vitamin-D-Spiegels mit Schilddrüsenerkrankungen bei Erwachsenen durch. Sie überprüften vier Datenbanken, darunter PubMed, ISI Web of Science, Google Scholar und Scopus. Studien, die nicht menschliche oder irrelevante Datensätze, schwangere oder stillende Frauen, Fallberichte, Rezensionen, Leitartikel und nicht originale Studien beinhalteten, wurden dabei ausgeschlossen.

Insgesamt analysierten die Forscher 35 Studien aus den Jahren 1980 bis 2018 für ihre Metaanalyse. Sie extrahierten relevante Daten aus ausgewählten Studien und bestimmten die Studienqualität basierend auf Auswahl-, Vergleichbarkeits- und Ergebniskriterien als niedrig, moderat oder hoch. Die Forscher führten auch eine Sensitivitätsanalyse für jede Studie sowie Untergruppenanalysen durch auf der Grundlage von Alter, Geschlecht, geografischer Region, Studiendesign und Gesundheitszustand der Bevölkerung.

Das Ergebnis dieser sorgfältigen Analyse: Niedrige Serum-Vitamin-D-Spiegel werden bei Menschen mit autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen, Hashimoto-Thyreoiditis, Hypothyreose (Überfunktion) und Basedow-Krankheit (Unterfunktion) gefunden. Bei Graves Disease betrachteten die Wissenschaftler schlechte Vitamin-D-Werte nur bei Menschen ab 40 Jahren als bedeutsam.

Zu den Einschränkungen der Metastudie gehörte ein erhebliches Maß an Heterogenität zwischen den Studienteilnehmern. Das beeinflusste die Ergebnisse und die Fähigkeit, aus ihnen verallgemeinernde Schlüsse zu ziehen. Es gab auch keine Informationen über die Nahrungsaufnahme von Vitamin D bei den an den analysierten Studien teilnehmenden Personen, die den Serumspiegel beeinflusst haben könnten.

„Insgesamt könnte Vitamin D zur Prävention oder Korrektur von Hypothyreose und zur Verbesserung der Schilddrüsenfunktion beitragen“, erklärten die

Studienautoren. Sie schlugen vor, dass zukünftige prospektive Kohortenstudien und klinische Studien das Verständnis der Beziehung zwischen Vitamin-D-Spiegeln und Schilddrüsenerkrankungen verbessern würden.

Quelle:

Taheriniya S, Arab A, Hadi A, Fadel A, Askari G. Vitamin D and thyroid disorders: a systematic review and Meta-analysis of observational studies. BMC Endocr Disord. 2021 Aug 21;21(1):171. doi: 10.1186/s12902-021-00831-5. PMID: 34425794; PMCID: PMC8381493. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8381493/)

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