Verlängern Omega-3-Fettsäuren das Leben?

Japaner essen traditionsgemäß viel Fisch. Damit ist ihr Blutspiegel von Omega-3-Fettsäuren höher als in den meisten anderen Ländern unseres Planeten. Ist es Zufall, dass Japaner im Durchschnitt länger leben als andere Zeitgenossen? Möglicherweise kann der hohe Omega-3-Index diese Tatsache erklären. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die gerade im Magazin Nature Communications veröffentlicht wurde.

Zuletzt aktualisiert am 29. Juli 2021 um 17:47

Große Studie mit über 42.000 Teilnehmern

Bisher haben sich zahlreiche Studien mit den Auswirkungen von Omega-3-Fettsäuren auf das Herz, das Gehirn, die Augen und die Gelenke befasst. Nur wenige Studien untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Omega-3-Index und der Lebensdauer. Unter Omega-3-Index versteht man den Blutspiegel von Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Das sind die beiden Arten von Omega-3, die der menschliche Körper gut verstoffwechseln kann.

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Eine neue Studie von FORCE-Wissenschaftlern schlägt vor, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Omega-3-Index und der Lebenserwartung besteht. FORCE steht für Fatty Acids & Outcomes Research Consortium. Diese Organisation besteht aus Wissenschaftlern auf der ganzen Welt, die Daten über Blutfettsäurespiegel von großen Gruppen über einen langen Zeitraum hinweg sammeln.

Das ist wichtig, denn Studien über Ernährungsweisen sind ungenau und lassen keine genaue Ermittelung der tatsächlichen EPA- und DHA-Werte zu. Die FORCE-Wissenschaftler dagegen arbeiten alle langfristig mit präzisen Laborwerten. Sie verfolgen ihre Patienten über viele Jahre hinweg und zeichnen dabei auf, welche Krankheiten sie entwickeln.

Bei der Ende April veröffentlichten Untersuchung handelt es sich um die bisher größte Studie, die sich mit den Omega-3-Werten und dem Todesrisiko befasst. Dafür wurden 17 verschiedene Kohorten mit insgesamt 42.466 Personen auf der ganzen Welt durchschnittlich 16 Jahre lang verfolgt.

In diesem Zeitraum starben 15.720 Personen. Als FORCE-Forscher das Todesrisiko untersuchten, hatten die Personen mit den höchsten EPA- und DHA-Werten ein um 13% niedrigeres Todesrisiko als Menschen mit den niedrigsten EPA- und DHA-Werten. Perzentil. Besonders deutlich wurde das bei der Betrachtung der Haupttodesursachen – Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs – sowie bei der Gesamtsterblichkeit. Omega-3 verminderte das Risiko in den betrachteten Gruppen um 15, 11 und 13 Prozent.

Der Omega-3-Spiegel der Membran roter Blutkörperchen betrug bei den untersuchten Gruppen zwischen 3,5 und 7,6 Prozent. Aus anderen Untersuchungen geht hervor, dass ein optimaler Omega-3-Index bei 8 Prozent oder höher liegt.

Die Autoren der Studie stellten fest, dass Omega-3-Fettsäuren nicht nur gut für Herzerkrankungen sind, sondern die allgemeine Gesundheit positiv beeinflussen und den Alterungsprozess verlangsamen können.

„Ein hoher Omega-3-Spiegel im Blut kann langfristig zu einer besseren allgemeinen Gesundheit beitragen kann“, sagte Dr. Bill Harris, Gründer des Fatty Acid Research Institute (FARI) und Hauptautor der Studie.

Dr. Harris hat den Omega-3-Index vor 17 Jahren als objektives Maß für den Omega-3-Status des Körpers mitentwickelt. Die Messung von Omega-3-Fettsäuren in Membranen roter Blutkörperchen bietet ein genaues Bild der gesamten Omega-3-Aufnahme in den letzten vier bis sechs Monaten. Bisher wurde der Omega-3-Index in mehr als 200 Forschungsstudien untersucht.

Dieser umfassende Blick auf Beobachtungsstudien zu zirkulierenden Omega-3-Fettsäuren zeigt auch, dass die langkettigen Omega-3-Fettsäuren von Meeresfrüchten die Gesamtmortalität stark beeinflussen, während die Werte der pflanzlichen Omega-Fettsäuren Alpha-Linolensäure (ALA) nur geringen Einfluss haben.

Quelle:

Harris WS, Tintle NL, Imamura F, Qian F, Korat AVA, Marklund M, Djoussé L, Bassett JK, Carmichael PH, Chen YY, Hirakawa Y, Küpers LK, Laguzzi F, Lankinen M, Murphy RA, Samieri C, Senn MK, Shi P, Virtanen JK, Brouwer IA, Chien KL, Eiriksdottir G, Forouhi NG, Geleijnse JM, Giles GG, Gudnason V, Helmer C, Hodge A, Jackson R, Khaw KT, Laakso M, Lai H, Laurin D, Leander K, Lindsay J, Micha R, Mursu J, Ninomiya T, Post W, Psaty BM, Risérus U, Robinson JG, Shadyab AH, Snetselaar L, Sala-Vila A, Sun Y, Steffen LM, Tsai MY, Wareham NJ, Wood AC, Wu JHY, Hu F, Sun Q, Siscovick DS, Lemaitre RN, Mozaffarian D; Fatty Acids and Outcomes Research Consortium (FORCE). Blood n-3 fatty acid levels and total and cause-specific mortality from 17 prospective studies. Nat Commun. 2021 Apr 22;12(1):2329. doi: 10.1038/s41467-021-22370-2. PMID: 33888689. (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33888689/)

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