Vegane Diät führt zu schwachen Knochen

Gleich zwei aktuelle Studien bestätigen: Veganer haben schwächere Knochen als Menschen, die Fleisch essen. Deutsche Wissenschaftler fanden in einer Studie mit relativ wenigen Teilnehmern heraus, dass Veganer weniger Kalzium in ihren Knochen aufweisen. Das bestätigt die Erkenntnisse einer groß angelegten Studie in England, die fast 55.000 Fälle unter die Lupe nahm.

Veganer haben weniger Kalzium in den Knochen

Deutsche Wissenschaftler von verschiedenen Universitäten, unter anderem der Charité in Berlin und der Martin Luther Universität in Halle-Wittenberg, sowie ein Institut in der Schweiz und in Norwegen untersuchten für die Ende Februar 2021 veröffentlichte Studie insgesamt 72 Teilnehmer. Genau die Hälfte war Veganer, die andere Hälfte ernährte sich mit Fleisch.

Die Untersuchungen ergaben, dass die Knochen von Veganern weniger Kalzium aufwiesen als die Knochen von Menschen, die tierische Produkte verzehren. Zudem hatten Veganer niedrigere Spiegel von Vitamin A, B2, Lysin, Zink, Selenoprotein P, n-3-Fettsäuren, Jod und Harnstoff im Urin, während die Konzentrationen an Vitamin K1, Folsäure und Glutamin bei Veganern im Vergleich zu Fleischessern höher waren.

Seit einigen Jahren wird vegane Ernährung immer populärer. Sie gilt im Allgemeinen als gesünder verglichen mit einem herkömmlichen Lebensstil, der Fleisch beinhaltet. Bessere Herzgesundheit und ein geringeres Risiko für Diabetes und Krebs werden mit Veganismus in Verbindung gebracht. Auf der Hand liegt, dass veganer Lebensstil die Umwelt schont. Massentierhaltung zählt nach Stromerzeugung weltweit zu den größten Umweltverschmutzern.

Für die Gesundheit der Knochen scheint vegane Diät jedoch eher abträglich zu sein. Das bestätigt auch eine Längsschnittstudie britischer Wissenschaftler, die im November 2020 publiziert wurde. Dafür analysierte ein Forscherteam der Universitäten von Oxford und Bristol Daten von fast 55.000 Personen, die für die EPIC-Oxford-Studie zwischen 1993 und 2001 gesammelt wurden. Die EPIC-Oxford-Studie ist eine der zwei größten Studien, die bisher weltweit mit Veganern durchgeführt wurden.

Das Ergebnis dieser robusten Studie zeigte, dass Veganer mehr als doppelt so viele Hüftfrakturen erleiden wie Menschen mit traditioneller Ernährung. Gebrochene Beine kommen bei ihnen ungefähr doppelt so oft vor wie bei Fleischessern. Insgesamt gesehen hatten Veganer ein um 43 Prozent höheres Risiko, sich Knochen zu brechen.

Tammy Tong, Hauptautorin der Studie und Ernährungsepidemiologin:

„Dies ist die erste umfassende Studie zu den Risiken von totalen und spezifischen Frakturen bei Menschen unterschiedlicher Ernährungsgruppen. Die größten Unterschiede bestanden bei Hüftfrakturen, bei denen das Risiko bei Veganern 2,3-mal höher war als bei Menschen, die Fleisch essen.“

Quellen:

Menzel J, Abraham K, Stangl GI, Ueland PM, Obeid R, Schulze MB, Herter-Aeberli I, Schwerdtle T, Weikert C. Vegan Diet and Bone Health-Results from the Cross-Sectional RBVD Study. Nutrients. 2021 Feb 21;13(2):685. doi: 10.3390/nu13020685. PMID: 33669942; PMCID: PMC7924854. (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33669942/)

Tong TYN, Appleby PN, Armstrong MEG, Fensom GK, Knuppel A, Papier K, Perez-Cornago A, Travis RC, Key TJ. Vegetarian and vegan diets and risks of total and site-specific fractures: results from the prospective EPIC-Oxford study. BMC Med. 2020 Nov 23;18(1):353. doi: 10.1186/s12916-020-01815-3. PMID: 33222682; PMCID: PMC7682057. (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33222682/)

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