Überlebenschance von krebskranken Kindern bewerten

Die Daten von Genexpression sind die Grundlage für ein neues Prognosemodell, das die Behandlungschancen für Kinder mit klassischem Hodgkin-Lymphoma voraussagen soll. Die Genexpression gibt Auskunft darüber, welche Kinder ein höheres Risiko haben, dass bei ihnen eine Behandlung versagt. Die Forscher stellten ihre Arbeit in einem Bericht vor, der kürzlich in der Fachzeitschrift Blood veröffentlicht wurde.

Verschiedene Modelle für Kinder und Erwachsene

Das klassische Hodgkin-Lymphoma (cHL, classical Hodgkin Lymphoma) ist auch als Morbus Hodgkin oder Lymphogranulomatose bekannt. Dabei handelt es sich um eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Sie ist nach dem englischen Arzt Thomas Hodgkin benannt, der die Krankheit 1832 erstmals beschrieben hat.

Für die Studie wurden an mit cHL erkrankten Kindern vor der Behandlung Biopsieproben genommen. Das Ziel war, sie mit bereits bestehenden Daten von erwachsenen cHL-Patienten zu vergleichen.

Die Proben wurden einem Genexpressionsprofiling (GEP) unterzogen, um die Biologie der Tumormikroumgebung (TME) zu bewerten. Weitere Ziele waren, Faktoren zu identifizieren, die mit einem Therapieversagen korrelieren und darauf basierend ein Prognosemodell für pädiatrisches cHL mit ereignisfreiem Überleben (EFS) zu konstruieren.

Insgesamt wurden 274 Gewebeproben gewonnen, von denen 246 Proben für GEP auswertbar waren. Ein früheres Modell zur Vorhersage des Gesamtüberlebens bei Erwachsenen mit cHL erwies sich als wenig zuverlässig, wenn es auf pädiatrische Patienten mit cHL angewendet wurde.

Mit Eosinophilen, B-Zellen und Mastzellen (verschiedene Arten von weißen Blutkörperchen) assoziierte Gensignaturen schienen bei jungen Patienten im Vergleich zu erwachsenen Patienten in höherer Menge vorhanden zu sein. Allerdings waren Signaturen im Zusammenhang mit Makrophagen (Fresszellen) und Stroma (Zellen des Bindegewebes) bei erwachsenen Patienten stärker vertreten.

Das von den Forschern in dieser Studie entwickelte Modell schien bei der Vorhersage des Überlebens bei pädiatrischen Patienten nützlich zu sein. Das Modell heißt PHL-9C und wurde unter Verwendung von Merkmalen von 9 Zellkomponenten entwickelt, die mit 111 Genen assoziiert sind.

Diese Komponenten waren mit den folgenden Zelltypen verwandt:

Eine Validierungsanalyse des 9HL-9C-Modells ergab Vorhersagen für gewichtete 5-Jahres-EFS-Raten von 75,2 % für eine Hochrisikogruppe, verglichen mit 90,3 % für eine Niedrigrisikogruppe (p = 0,0138). Eine Analyse deutete auch darauf hin, dass das Modell 9HL-9C selbst dann zuverlässige Voraussagen lieferte, wenn verschiedene Faktoren in die Analyse einbezogen wurden. Unter anderem zeigte sich, dass Erkrankung im Stadium IV, Fieber, Albuminspiegel und Status als langsamer Frühansprecher die Ergebnisse nicht beeinflussten.

„Zusammenfassend zeigen wir, dass GEP bei einem großen Teil der Kinder mit cHL prognostisch für den Behandlungserfolg ist und dass der auf Genexpression basierende Biomarker-Assay, PHL-9C, zuverlässig Patienten mit hohem Risiko für ein Therapieversagen identifiziert“, schreiben die Forscher in ihrem Bericht.

Quelle:

Rebecca L. Johnston, Anja Mottok, Fong Chun Chan, Aixiang Jiang, Arjan Diepstra, Lydia Visser, Adèle Telenius, Randy D. Gascoyne, Debra L. Friedman, Cindy L. Schwartz, Kara M. Kelly, David W. Scott, Terzah M. Horton, Christian Steidl; A gene expression–based model predicts outcome in children with intermediate-risk classical Hodgkin lymphoma. Blood 2022; 139 (6): 889–893. doi: https://doi.org/10.1182/blood.2021011941 (https://ashpublications.org/blood/article/139/6/889/477371/A-gene-expression-based-model-predicts-outcome-in)

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