Stress durch Lärm verringert Fruchtbarkeit

Stress aller Art kann mit Fruchtbarkeitsproblemen bei Frauen in Verbindung gebracht werden. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie mit Tiermodellen, die chinesische Wissenschaftler durchgeführt haben. Demnach verringert Stress durch lautes Schreien die Zahl der Eier bei weiblichen Ratten.

Zuletzt aktualisiert am 12. August 2022 um 15:45

Psychischer Stress schadet ovarieller Reserve

Die aktuelle Arbeit wurde in der Zeitschrift Endocrinology der internationalen Organisation Endocrine Society veröffentlicht wurde. Demnach wirken sich ständige Schreigeräusche negativ auf die Eierstockreserve und damit auf die Fruchtbarkeit aus.

Es ist allgemein bekannt, dass chronischer psychischer Stress (PS) die weibliche Fruchtbarkeit stören kann. Allerdings gab es bisher keine Studien, die sich mit der Wirkung von chronischem PS auf die ovarielle Reserve beschäftigen.

Anzahl und Qualität der Eizellen entscheidend

Die ovarielle Reserve ist das Reproduktionspotential, das in den beiden Eierstöcken einer Frau vorhanden ist. Sie wird basierend auf der Anzahl und Qualität der Eizellen ermittelt. Eine Frau wird mit einer begrenzten Anzahl von Eizellen geboren. Im Laufe ihres Lebens kann ihr Körper keine weiteren Eizellen produzieren.

Eine verminderte ovarielle Reserve ist der Verlust des normalen Fortpflanzungspotentials in den Eierstöcken aufgrund einer geringeren Anzahl oder verminderten Qualität der verbleibenden Eizellen.

3 Wochen lang ständigem Schreien ausgesetzt

„Wir haben die Auswirkungen von Stress auf die Eierstockreserve mit einem Schreigeräuschmodell bei Ratten untersucht“, sagte Dr. Wenyan Xi vom Second Affiliation Hospital der Xi’an Jiao Tong University in Xian, China. „Wir fanden heraus, dass weibliche Ratten, die dem Schreigeräusch ausgesetzt waren, eine verringerte Eierstockreserve und eine verringerte Fruchtbarkeit hatten.“

Das Schreigeräuschmodell bedeutet: Weibliche Ratten lebten 3 Wochen lang unter dem Einfluss von ständigem Gekreische. Anschließend wurde die Wirkung dieses Lärms auf ihre Sexualhormone bewertet sowie auf die Anzahl und Qualität ihrer Eier und ihre Fähigkeit, nach der Paarung schwanger zu werden und Nachwuchs zu bekommen.

Östrogen und Anti-Müller-Hormon gesenkt

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass das Schreigeräusch die Östrogen- und Anti-Müller-Hormonspiegel der Ratten senkte. Östrogen ist eine Gruppe von Hormonen, die eine wichtige Rolle beim Wachstum und der Fortpflanzungsentwicklung spielen. Das Anti-Müller-Hormon wird von den Eierstöcken gebildet und trägt zur Bildung von Fortpflanzungsorganen bei. Das Schreigeräusch verringerte auch die Anzahl und Qualität der Eier der Frauen und führte zu kleineren Würfen.

„Basierend auf diesen Ergebnissen schlagen wir vor, dass Stress mit einer verminderten ovariellen Reserve in Verbindung gebracht werden könnte“, sagte Xi. „Es ist wichtig, einen Zusammenhang zwischen chronischem Stress und ovarieller Reserve festzustellen, da dies unser Verständnis der Grenzen aktueller klinischer Interventionen erweitern und wertvolle Einblicke in die Ursache der verminderten ovariellen Reserve liefern kann.“

Quelle:

Xi W, Mao H, Cui Z, Yao H, Shi R, Gao Y. Scream Sound-induced Chronic Psychological Stress Results in Diminished Ovarian Reserve in Adult Female Rat. Endocrinology. 2022 Jun 1;163(6):bqac042. doi: 10.1210/endocr/bqac042. PMID: 35536288. (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35536288/)

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