Schlechte Nachrichten für Liebhaber von Steaks & Co.

Eine gerade veröffentliche Meta-Analyse bestätigt: Rotes Fleisch von Rind, Lamm und Schwein sowie verarbeitetes Fleisch erhöhen das Risiko, koronare Herzerkrankungen zu entwickeln. Für diese Studie untersuchten Wissenschaftler der Prestigeuniversität Oxford Daten von rund 1,4 Millionen Menschen, die über einen Zeitraum von 30 Jahren beobachtet wurden.

Mega-Studie:  Fleisch erhöht Risiko für koronare Herzkrankheit

Mit ihrer Meta-Analyse wollten die Wissenschaftler ein für allemal den Zusammenhang von rotem und verarbeitetem Fleisch und dem Risiko für ischämische Herzkrankheit (IHD) klären. Diese Herzkrankheit wird auch als koronare Herzerkrankung bezeichnet. Eine Engstelle in einem Herzkranzgefäß führt dabei zu Sauerstoffmangel (Ischämie) im Herzen. Außerdem untersuchten die Wissenschaftler, ob Geflügel den gleichen Effekt hat.

Weltweit ist IHD die häufigste Ursache für Tod und Behinderung. Sie entsteht, wenn Fettablagerungen von Cholesterin Plaque an den Wänden der Arterien bilden, die das Herz mit Blut versorgen. Die am 20. Juli in der Zeitschrift Critical Reviews in Food Science und Nutrition veröffentlichte Studie birgt schlechte Nachrichten für Liebhaber von Steaks & Co.

Für je 50 Gramm täglich verzehrtes Rindfleisch, Lamm und Schweinefleisch stieg das Risiko einer koronaren Herzkrankheit um 9 Prozent. Eine empfohlene Portion Fleisch beträgt nach Angaben der American Cancer Society etwa 85 Gramm. Das ist ungefähr so groß wie ein Stück Seife oder ein Kartenspiel.

Noch schlimmer sehen die Zahlen für den täglichen Genuss von je 50 Gramm verarbeitetes Fleisch aus wie Speck, Schinken oder Wurst. Für diese Fleischprodukte stieg das Risiko um 18 Prozent.

Anika Knüppel, Koautorin der Studie und Ernährungsepidemiologin am Department of Population Health der University of Oxford, betont:

„Dies steht im Einklang mit dem, was bei Darmkrebs festgestellt wurde, bei dem nachweislich verarbeitetes Fleisch mit einem höheren Risiko verbunden ist als rotes Fleisch.“

Auf den ersten Blick erscheinen 9 bis 18 Prozent nicht als eine besonders starke Erhöhung des Risikos. Bei diesen Zahlen gilt es zu bedenken, dass 50 Gramm eine sehr geringe Menge sind. Ein ordentliches Schnitzel oder ein großes Stück Braten bringt es locker auf 200 bis 300 Gramm Fleisch.

In einem Steakhouse wiegen die Portionen für Rib-Eye-Straks, Filetsteaks und Roastbeef normalerweise zwischen 250 und 350 Gramm. Ein bisschen Speck zum Frühstück oder eine Scheibe Brot mit Wurst zwischendurch erhöhen das Risiko zusätzlich.

Die Meta-Analyse bringt jedoch auch gute Nachrichten. Geflügelfleisch von Hühnchen oder Pute erhöht das Risiko für koronare Herzkrankheiten nicht. Die Wissenschaftler vermuten, dass ein geringerer Anteil von gesättigten Fettsäuren sowie von Natrium der Grund dafür sein könnte.

Demnach spielen gesättigte Fettsäuren eine wichtige Rolle bei der Bildung von Plaque an den Wänden von Arterien. Natrium kann den Blutdruck erhöhen und auch den Blutfluss zum Herzen einschränken.

Studien haben gezeigt, dass pflanzliche Kost das Risiko für Herzerkrankungen am besten verringert. Die DASH-Diät, die Ornish-Diät und die Mittelmeerdiät gelten als die besten Ernährungsformen, um ischämischer Herzkrankheit vorzubeugen.

Die Ornish-Diät wurde 1977 von Dr. Dean Ornish, dem Gründer des gemeinnützigen Forschungsinstituts für Präventivmedizin in Kalifornien, entwickelt. Ornish selbst bezeichnet seine Diät als das einzige wissenschaftlich nachgewiesene Programm zur Umkehr von Herzerkrankungen. Experten halten diese Diät jedoch für restriktiv und schwer zum Einhalten.

Die DASH-Diät soll in erster Linie den Blutdruck senken. Die Prämisse ist einfach: Gemüse, Obst und fettarme Milchprodukte sind erlaubt, während alle Lebensmittel mit hohem gesättigten Fettgehalt ebenso reduziert werden wie die Salzaufnahme.  Der Speiseplan umfasst täglich drei Vollkornprodukte, vier bis sechs Portionen Gemüse, vier bis sechs Portionen Obst, zwei bis vier Portionen Milchprodukte und jeweils mehrere Portionen mageres Fleisch sowie Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte.

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die Mittelmeerdiät das Risiko für Diabetes, hohe Cholesterinwerte, Demenz, Gedächtnisverlust, Depressionen und Brustkrebs reduzieren kann. Mahlzeiten aus dem sonnigen Mittelmeerraum werden auch mit stärkeren Knochen, einem gesünderen Herzen und einem längeren Leben in Verbindung gebracht.

Quelle: Keren Papier, Anika Knuppel, Nandana Syam, Susan A. Jebb & Tim J. Key (2021) Meat consumption and risk of ischemic heart disease: A systematic review and meta-analysis, Critical Reviews in Food Science and Nutrition, DOI: 10.1080/10408398.2021.1949575 (https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/10408398.2021.19495750

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