Sanftes Intervallfasten unterstützt Stimmung und Blutdruck

Eine kalorienreduzierte Ernährung führt zu größerem Gewichtsverlust, wenn sie mit Intervallfasten kombiniert wird. Allerdings bezweifeln die Studienautoren, dass tatsächlich das Essen nach Zeitplan dafür verantwortlich ist. Wünschenswerte Begleiterscheinungen für viele Menschen mit Übergewicht sind bei Intervallfasten jedoch eine Senkung des Blutdrucks, gehobene Stimmung und mehr Energie.

Kleine Studie mit 90 Teilnehmern

Ein Team internationaler Forscher unter der Leitung der University of Alabama in Birmingham hat jetzt eine kleine Studie veröffentlicht, die sich mit Intervallfasten und seiner Wirkung beim Abnehmen befasst.

Dafür untersuchten Forscher 90 Erwachsene mit Adipositas, die aus dem Universitätskrankenhaus rekrutiert wurden. Sie unterzogen sich einer 14-wöchigen Diät zur Gewichtsabnahme.

Die Hälfte der Teilnehmer wurde zufällig der Kontrollgruppe zugeteilt und aß zu jeder beliebigen Zeit. Sie folgten einer kalorienreduzierten Diät, die sie in einem Defizit von etwa 500 Kalorien pro Tag halten sollte. Zusätzlich trainierten sie jede Woche 75 bis 150 Minuten lang.

Essen auf Zeit zwischen 7 und 15 Uhr beschränkt

Die andere Hälfte der Teilnehmer trainierte und reduzierte ebenfalls die Kalorien, folgte aber auch einem intermittierenden Fastenplan und beschränkte ihr Essen auf ein achtstündiges Fenster jeden Tag zwischen 7 und 15 Uhr.

Während beide Gruppen Gewicht verloren, verlor die intermittierende Fastengruppe etwa 50 % mehr (etwa fünf Pfund mehr) als die Kontrollgruppe. Die Fastengruppe hatte auch etwas mehr Verbesserungen bei ihrem Blutdruck zu verzeichnen. Es gab jedoch keinen signifikanten Unterschied in der Menge an verlorenem Fett, fanden die Forscher heraus.

Kein Verlust an Muskelmasse festgestellt

Die Ergebnisse deuten nach Ansicht der Wissenschaftler darauf hin, dass intermittierendes Fasten bei der Fettverbrennung nicht effektiver ist als eine traditionelle Ernährung. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass intermittierendes Fasten möglicherweise ein größeres Risiko für den Verlust von Muskelmasse anstelle von Fett birgt, obwohl dies in der neuesten Studie nicht der Fall war.

Die Forscher stellten die Theorie auf, dass Teilnehmer, die fasteten, wahrscheinlich etwas weniger aßen als die Kontrollgruppe, was für den zusätzlichen Gewichtsverlust verantwortlich sei. Der Unterschied zeigte sich ihrer Ansicht nach nicht in den Ernährungsumfragen, möglicherweise weil es für Menschen notorisch schwierig ist, selbst ihre Essgewohnheiten genau zu dokumentieren.

Bessere Stimmung und mehr Energie

Aber intermittierendes Fasten war eindeutig mit besserer Stimmung und Energie verbunden. Das berichteten die Teilnehmer der Studie den Forschern mit hoher Übereinstimmung. 41 % der Mitglieder der Fastengruppe gaben an, dass sie die Diät gerne fortsetzen würden.

Frühere Forschungsergebnisse zum intermittierenden Fasten zur Gewichtsabnahme und zu gesundheitlichen Vorteilen waren gemischt, wobei einige Studien es für wirksamer als andere Diäten zur Gewichtsabnahme hielten und andere keinen signifikanten Unterschied nahelegten.

Weiter unklar: Beste Zeit zum Essen

Aus den Untersuchungen geht nicht hervor, wann die beste Zeit zum Essen ist. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass früh am Tag am besten sein kann. Aber die Möglichkeit, soziale Mahlzeiten wie das Abendessen zu genießen, kann es erleichtern, eine Diät durchzuhalten.

Intermittierendes Fasten hat auch potenzielle Nebenwirkungen wie Muskelschwund und Schlafstörungen und ist möglicherweise für bestimmte Menschen nicht gesund, beispielsweise für Menschen mit einer Vorgeschichte von Ess-Störungen, betonten die Studienautoren.

Quelle:

Jamshed H, Steger FL, Bryan DR, Richman JS, Warriner AH, Hanick CJ, Martin CK, Salvy SJ, Peterson CM. Effectiveness of Early Time-Restricted Eating for Weight Loss, Fat Loss, and Cardiometabolic Health in Adults With Obesity: A Randomized Clinical Trial. JAMA Intern Med. 2022 Aug 8:e223050. doi: 10.1001/jamainternmed.2022.3050. Epub ahead of print. PMID: 35939311; PMCID: PMC9361187. (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35939311/)

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Kornelia ist ausgebildete Redakteurin, Buchautorin und freie Texterin. Ihre Erfahrung mit Ess-Störungen hat sie in drei Kochbüchern beschrieben, die alle den Gourmand World Cookbook Awards von Edouard Cointreau gewonnen haben. Ihr Buch Cooking for Happiness hat sogar den Titel ‘Best in the World’ in der Kategorie Innovativ erhalten. Neben Ernährung faszinieren sie vor allem Themen im Bereich Gesundheit. Ihr umfangreiches Wissen in diesen Gebieten stellt sie leicht verständlich dar. Besonders liegt ihr eine ganzheitliche Sicht der menschlichen Existenz im Allgemeinen und Körperfunktionen im Besonderen am Herzen.

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