Nachlassende Gehirnfunktionen schwächen Knochen

Kognitiver Abbau kann das Risiko für weitere Krankheiten erhöhen. Eine neue Studie zeigt, dass Verlust von Gehirnfunktionen bei Frauen das Risiko von Knochenverlust und Knochenbrüchen erhöhen kann. Studienleiterin Dr. Dana Bliuc vom Garvan Institute of Medical Research in Australien spricht von einem möglichen kausalen Zusammenhang zwischen kognitivem Abbau und Osteoporose.

Hohes Risiko von schnellem Knochenverlust

Osteoporose führt zu einer Verschlechterung der Knochen und erhöht das Risiko von Frakturen. Diese Krankheit braucht Zeit, um sich zu entwickeln. Da es nur wenige sichtbare Symptome gibt, bleibt sie im Allgemeinen unbehandelt, bis ein Knochen gebrochen ist.

Mehrere Studien haben bereits mögliche Zusammenhänge zwischen Osteoporose und Demenz untersucht. Demenz beschreibt verschiedene Symptome des kognitiven Verfalls, wie zum Beispiel Vergesslichkeit. Es kann ein Symptom einer Grunderkrankung oder einer Gehirnstörung sein.

Laut Forschern des Garvan Institute of Medical Research in Australien betreffen beide Krankheiten jedes Jahr Millionen von Menschen. Studien deuten darauf hin, dass 200 Millionen Menschen weltweit von Osteoporose betroffen sind. An Demenz sollen mehr als 35 Millionen Personen leiden. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung werden sich diese Zahlen in den kommenden Jahren vermutlich vervielfachen.

Nach den Ergebnissen der Studie besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen einem Rückgang der kognitiven Fähigkeiten und dem Knochenverlust bei Frauen. Sie fanden heraus, dass die kognitive Beeinträchtigung von Frauen mit einem schnellen Knochenverlust und einem höheren Frakturrisiko verbunden ist.

Für die Studie verwendeten die Forscher Daten der Canadian Multicentre Osteoporose Study (CaMos), die seit 1995 die Skelettgesundheit von Gemeindemitgliedern verfolgt. Sie untersuchten die kognitive und Knochengesundheit von 1741 Frauen und 620 Frauen ab 65 Jahren ohne Symptome des kognitiven Verfalls zu Beginn der Studie.

Dabei entdeckten sie, dass erhöhte Behinderung und damit verbundener Verlust der Unabhängigkeit sowie ein erhöhtes Sterberisiko Folgen von kognitivem Verfall und Knochenverlust sind. Es gibt Hinweise darauf, dass ältere Menschen mit Demenz häufiger an Hüftfrakturen erkranken.

Dr. Dana Bliuc vom Garvan Institute, die Hauptautorin der Studie, sagte: „Wir haben auch gesehen, dass der kognitive Rückgang in den ersten fünf Jahren mit einem 1,7-fachen Anstieg des zukünftigen Frakturrisikos bei Frauen in den folgenden 10 Jahren verbunden war, unabhängig vom Ausmaß des Knochenverlusts.“ Professorin Jacqueline Center, Leiterin des Labors für klinische Studien und Epidemiologie bei Garvan, schlug deshalb vor, bei kognitivem Abbau gleichzeitig auch die Gesundheit der Knochen zu überwachen.

Die Forscher beobachteten außerdem, dass möglicherweise weitere Faktoren dabei eine Rolle spielen könnten, beispielsweise Östrogenmangel.

Quelle:

Bliuc D, Tran T, Adachi JD, Atkins GJ, Berger C, van den Bergh J, Cappai R, Eisman JA, van Geel T, Geusens P, Goltzman D, Hanley DA, Josse R, Kaiser S, Kovacs CS, Langsetmo L, Prior JC, Nguyen TV, Solomon LB, Stapledon C, Center JR; Canadian Multicentre Osteoporosis Study (CaMos) Research Group. Cognitive decline is associated with an accelerated rate of bone loss and increased fracture risk in women: a prospective study from the Canadian Multicentre Osteoporosis Study. J Bone Miner Res. 2021 Jul 20. doi: 10.1002/jbmr.4402. Epub ahead of print. PMID: 34289172.

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