Mit der MIND-Diät geistig fit bleiben

Schon Hippokrates sagte vor weit über 2000 Jahren: „Lass Nahrung deine Medizin sein.“ Eine neue Studie bestätigt jetzt dieses Zitat. Sie zeigt, dass die Einhaltung der sogenannten MIND-Diät mit einer besseren kognitiven Leistung im späteren Leben verbunden ist. Diese Diät wurde im Jahr 2015 vorgestellt und ist eine Mischung aus mediterraner Ernährung und DASH-Diät.

Mit Gemüse Demenz das Wasser abgraben

Die Buchstaben MIND stehen für Mediterranean-DASH Intervention for Neurodegenerative Delay (Intervention, um die Neurodegeneration zu verzögern). Die Ernährungswissenschaftlerin Martha Clare Morris entwickelte MIND am Rush University Medical Center in Chicago Illinois basierend auf einer Studie, die vom US-amerikanischen National Institute on Aging finanziert wurde. Ihr Ziel war es, das Alzheimer-Risiko mit gesunden Lebensmitteln zu verringern.

Demnach ist die MIND-Diät eine Mischung aus mediterraner und DASH-Diät. Bei DASH handelt es sich um eine Ernährungsweise, die arm an Salz, Fett und Cholesterin ist. Gemüse und Obst senken dabei erhöhten Blutdruck auf natürliche Weise. Bei der Zusammenstellung von MIND wurden neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Demenz-Ernährung berücksichtigt.

Die MIND-Diät bewertet die Ernährung mit Punkten von 0 bis 15 basierend auf den Lebensmitteln, die verzehrt werden. Wer mindestens 6 Mal pro Woche grünes Blattgemüse verzehrt, bekommt einen Punkt. Eine Portion Gemüse am Tag ergibt einen weiteren Punkt.

Die ursprüngliche Studie aus dem Jahr 2015 verfolgte fast zehn Jahre lang über 1.000 Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 80 Jahren. Während dieser Zeit füllten die Teilnehmer regelmäßig Lebensmittelfragebögen aus und führten kognitive Tests durch.

Dabei zeigte sich, dass sich die MIND-Diät günstig auf die Gehirnleistung auswirkt in allen 5 kognitiven Domänen, zu denen Gedächtnis, Sprache, und Aufmerksamkeit zählen. Auch exekutive Funktionen wie Planung und Entscheidungen sowie Visuo-Konstruktion wie Wahrnehmung und Visuo-Koordination waren verbessert.

Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass Lebensmittelfragebögen recht unzuverlässig sein können. Eine weitere Einschränkung besteht darin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Demnach ist es schwierig, eine Ursache-Wirkungs-Beziehung auf der Grundlage einer Beobachtungsstudie herzustellen.

Je höher der MIND-Score der Teilnehmer ist, desto besser ist offensichtlich ihre kognitive Leistung. Das bestätigt jetzt eine neue Studie, die Autopsiedaten von 569 älteren Erwachsenen untersuchte. Außerdem wurden Gehirnscans, Ernährungsfragebögen und regelmäßige kognitive Tests dieser Personen analysiert.

Dabei machten die Wissenschaftler eine faszinierende Beobachtung: Selbst wenn die Autopsie eine relativ hohe Plaquebelastung im Gehirn zeigte, ein typisches Anzeichen der Alzheimer-Krankheit, war ein hoher MIND-Wert mit  einer guten kognitiven Leistung verbunden.

Die Forscher vermuten, dass diese Art der Ernährung möglicherweise eine kognitive Reserve aufbauen kann. Sie könnte dazu dienen, Symptome von Demenz abzuwehren.

Quelle:

Dhana K, James BD, Agarwal P, Aggarwal NT, Cherian LJ, Leurgans SE, Barnes LL, Bennett DA, Schneider JA. MIND Diet, Common Brain Pathologies, and Cognition in Community-Dwelling Older Adults. J Alzheimers Dis. 2021;83(2):683-692. doi: 10.3233/JAD-210107. PMID: 34334393; PMCID: PMC8480203. (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34334393/)

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