Kakao stärkt die Mitochondrien

Seit vielen Jahren entdecken Wissenschaftler immer wieder neue Facetten der fast wunderbar anmutenden Wirkung von Kakaobohnen. Eine neue Studie befasst sich mit den Flavanolen von Kakao, sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, die zu den Flavonoiden gehören. Ein Team internationaler Wissenschaftler hat jetzt in einem Tierversuch herausgefunden, dass diese Substanzen die Funktion der Mitochondrien stärken. Diese Organellen in Zellen wandeln Glukose aus dem Blut in Adenosintriphosphat um, die Energie auf Zellebene.

Mehr Energie für die Zellen

Kakao gehört zu den Lebensmitteln, die ungemein reich an Pflanzenwirkstoffen sind. Besonders das Flavanol Epicatechin, für das auch grüner Tee berühmt ist, enthalten Kakaobohnen in großen Mengen. Die gesundheitlich fördernde Wirkung von Kakao gilt jedoch nicht für alle Schokoladensorten, sondern nur für Sorten mit besonders hohem Kakaoanteil.

Bei einem Tierversuch hat sich jetzt gezeigt, dass Kakao den Stoffwechsel auf der Ebene der Zellen kräftig ankurbelt. Bei Mäusen führte eine Einnahme von Kakaoflavanolen über eine Dauer von 15 Tagen dazu, dass die Tiere ihr Gewicht hielten – obwohl sie mehr Nahrung zu sich nahmen als vorher. Sie verbrannten mehr Kalorien, um diese zusätzliche Nahrungsaufnahme auszugleichen. Gleichzeitig konnte ihr Körper Kohlenhydrate besser verwerten.

Für diese Studie wurden 10 Wochen alte männliche Mäuse untersucht. Sie erhielten 15 Tage lang einen Extrakt von 300 mg Flavanole pro kg Körpergewicht. Am letzten Tag der Einnahme wurde der Blutzuckerspiegel der Tiere nach einer Injektion mit einer Glukoselösung beobachtet.

Nach dem Ende der Flavanolgaben wurden Gewebeproben entnommen. Gleichzeitig wurden Sauerstoffverbrauch, Kohlendioxidproduktion und der respiratorische Quotient bei körperlicher Aktivität ermittelt. Diese Werte geben Aufschluss über die Effizienz des Stoffwechsels.

Die Forscher fanden heraus, dass die Nahrungsergänzung mit Kakao zumindest bei Mäusen den NAD-Stoffwechsel verbesserte. NAD steht für  Nicotinamidadenindinukleotid, ein Coenzym der Atmungskette, das von Niacin (Vitamin B3) gebildet wird. Es erhöhte die Funktion der Mitochondrien und stärkte zugleich die Aktivität von Sirtuinen.

Dabei handelt es sich um Proteine, die den Stoffwechsel regulieren. Sie spielen unter anderem eine Rolle bei Krankheiten wie Diabetes und Asthma. Die Studienautoren denken, dass ihre Ergebnisse die Grundlage für die weitere Erforschung von Kakao-Flavanolen für die Behandlung von Stoffwechselerkrankungen sein könnten. Interessant sei auch ihre Bedeutung als natürlicher Aktivator von Sirtuinen.

Quelle:

Daussin, Frédéric N., Alexane Cuillerier, Julianne Touron, Samir Bensaid, Bruno Melo, Ali Al Rewashdy, Goutham Vasam, Keir J. Menzies, Mary-Ellen Harper, Elsa Heyman, and Yan Burelle. 2021. „Dietary Cocoa Flavanols Enhance Mitochondrial Function in Skeletal Muscle and Modify Whole-Body Metabolism in Healthy Mice“ Nutrients 13, no. 10: 3466. https://doi.org/10.3390/nu13103466 (https://www.mdpi.com/2072-6643/13/10/3466/htm)

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte hinterlassen Sie uns Ihre Meinung als Kommentar!
Ihr Name (freiwillig)