Kaffee verträgt sich mit Schilddrüsenmedikamenten

Gute Nachricht für Kaffee-Liebhaber mit Schilddrüsenproblemen: Laut einer neuen Studie ist es in Ordnung, kurz nach der Einnahme eines flüssigen Schilddrüsenmedikaments Kaffee zu trinken. Bisher galt bei flüssigen Schilddrüsenmedikamenten die Empfehlung, sie auf nüchternen Magen einzunehmen. Die Aufnahme von flüssigem Levothyroxin wird dadurch aber offensichtlich nicht beeinträchtigt.

Zuletzt aktualisiert am 11. August 2022 um 17:13

Kein langes Warten auf den Morgenkaffee mehr

Mit dem Medikament Levothyroxin wird Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) behandelt. Außerdem wird es bei verschiedenen Krankheitsbildern verschrieben, die mit einer Fehlfunktion der Schilddrüse verbunden sind. Dieses Medikament wird normalerweise lebenslang eingenommen.

Levothyroxin ist identisch mit dem körpereigenen Schilddrüsenhormon T4, das im Organismus in das wirksamere Schilddrüsenhormon Triiodothyronin (T3) verwandelt wird. Levothyroxin bindet wie das natürliche Schilddrüsenhormon an T3-Rezeptoren. Dadurch lassen Symptome der Schilddrüsenunterfunktion nach, beispielsweise ungewollte Gewichtszunahme, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Müdigkeit, Verstopfung oder Störungen des Wachstums von Haaren und Nägeln.

Halbe Stunde Wartezeit überflüssig

Aktuelle Produktetiketten und Behandlungsrichtlinien empfehlen Patienten generell, eine Schilddrüsenhormon-Ersatztherapie auf nüchternen Magen einzunehmen. Problematisch ist für viele morgendliche Kaffeetrinker die Empfehlung, das Medikament mindestens eine halbe Stunde vor dem Morgenkaffee zu nehmen, um eine Wechselwirkung mit dem Medikament zu vermeiden.

„Die zur Einhaltung dieser Empfehlungen erforderliche Anpassung des Lebensstils ist für den Patienten oft belastend und kann zu Schwierigkeiten beim Erreichen idealer Schilddrüsenhormonspiegel führen, was zu Frustration sowohl bei Patienten als auch bei Anbietern führt“, sagte Kris Washington, medizinischer Direktor von Vertice Pharma in Berkeley Heights, New Jersey, die das Medikament herstellt. Die Studie wurde von dem Pharmaunternehmen finanziert.

Bioverfügbarkeitsstudie mit 40 Erwachsenen

 

Washington und sein Team beschäftigten sich für die neue Studie damit, das Absorptionsprofil der Levothyroxin-Natrium-Lösung in einer Bioverfügbarkeitsstudie mit 40 gesunden Erwachsenen zu verstehen. Dafür vergleichen sie die Aufnahme von flüssigem Levothyroxin gemeinsam mit Kaffee und auf nüchternen Magen.

Dabei zeigte sich, dass die Bioverfügbarkeit von flüssigem Levothyroxin durch den Konsum von Kaffee kurz nach der Einnahme des Medikaments nicht beeinträchtigt wird. Diese Erkenntnis erlaube Patienten und Ärzten mehr Flexibilität bei der Einnahme und der Dosierung, so Washington.

Problemlos: 250 ml schwarzer Kaffee

Für die Studie erhielten 40 Erwachsene zweimal eine Einzeldosis von 600 Mikrogramm flüssiges Levothyroxin: einige Minuten vor dem Trinken von 250 ml schwarzem, ungesüßtem Kaffee und unter Fastenbedingungen. Anschließend wurden Blutproben entnommen, um die Schilddrüsenwerte der Studienteilnehmer 48 Stunden nach der Verabreichung zu messen. Zwischen den beiden Einnahmeszenarien ließen die Forscher eine Pause von 40 Tagen verstreichen.

Die Ergebnisse bestätigen: Das flüssige Medikament hat genau den gleichen Effekt, unabhängig davon, ob Patienten fasten oder Kaffee trinken. Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich bei einem Treffen der US-amerikanischen Endocrine Society in Atlanta öffentlich vorgestellt. Auf Tagungen vorgestellte Forschungsergebnisse gelten in der Regel als vorläufig, bis sie in einer Fachzeitschrift mit Peer-Review veröffentlicht werden.

Quelle:

https://www.endocrine.org/news-and-advocacy/news-room/2022/drinking-coffee-does-not-hinder-the-absorption-of-liquid-thyroid-medication

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Kornelia ist ausgebildete Redakteurin, Buchautorin und freie Texterin. Ihre Erfahrung mit Ess-Störungen hat sie in drei Kochbüchern beschrieben, die alle den Gourmand World Cookbook Awards von Edouard Cointreau gewonnen haben. Ihr Buch Cooking for Happiness hat sogar den Titel ‘Best in the World’ in der Kategorie Innovativ erhalten. Neben Ernährung faszinieren sie vor allem Themen im Bereich Gesundheit. Ihr umfangreiches Wissen in diesen Gebieten stellt sie leicht verständlich dar. Besonders liegt ihr eine ganzheitliche Sicht der menschlichen Existenz im Allgemeinen und Körperfunktionen im Besonderen am Herzen.

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