Hoffnung für Patienten mit multipler Sklerose: Kann Astaxanthin die Myelinscheide schützen?

Ein im Januar 2021 veröffentlichter Tierversuch eröffnet Menschen mit multipler Sklerose neue Perspektiven für die Behandlung: Ein Tierversuch hat konkret gezeigt, dass Astaxanthin Schäden durch multiple Sklerose an den Myelinscheiden verringern und Oligodendrozyten vor dem Absterben bewahren kann.

Carotinoid mit stark entzündungshemmender Wirkung

Bei Astaxanthin handelt es sich um ein rotes Farbpigment, das stärkste, bisher bekannte Carotinoid. Das fettlösliche Pigment stammt von der Blutregenalge Haematococcus pluvialis. Über die Nahrungskette reichert es sich in Fischen und Krustentieren an. Lachs und Krustentiere verdanken ihre leuchtende Farbe Astaxanthin ebenso wie Flamingos.

Dass Astaxanthin die Nervenzellen bei neurodegenerativen Krankheiten schützen kann, ist bereits seit einigen Jahren bekannt. Verantwortlich dafür scheinen die antioxidative und stark entzündungshemmende Wirkung des Carotinoids zu sein. Allerdings wurden bisher lediglich Patienten mit Alzheimer und Parkinson Krankheit sowie Menschen mit Verletzungen des zentralen Nervensystems, Autisten und Menschen mit Depressionen untersucht.

Die Studie der Wissenschaftler an der Isfahan Universität im Iran ist die erste Untersuchung, die sich mit der Wirkung von Astaxanthin bei der Autoimmunerkrankung multiple Sklerose befasst. Bei dieser Krankheit zerstören Entzündungen der Oligodendrozyten nach und nach die Myelinscheide. Oligodendrozyten sind die Gliazellen, aus denen die Myelinscheide besteht. Die Myelinscheide umgibt das Axon, die Nervenfaser, und spielt eine zentrale Rolle bei der Reizweiterleitung.

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In dieser experimentellen Studie wurden vierzig Wistar-Ratten zufällig vier experimentellen Gruppen zugeordnet: Die Kontrollgruppe erhielt normales Futter. Die Cuprizongruppe bekam vier Wochen lang täglich 0,6 Prozent Cuprizon. Diese Substanz ist auch als Bis(cyclohexanone)oxaldihydrazone bekannt. Sie vernichtet bei Nagetieren die Myelinscheide und simuliert damit die Folgen von multipler Sklerose.

Eine weitere Scheingruppe wurde mit 0,6% Cuprizon und Dimethylsulfoxid gefüttert. Diese Kombination verhindert Schäden an den Gliazellen. Der eigentlichen Testgruppe wurde täglich 0,6% Cuprizon verabreicht. 12 Stunden nach dem Cuprizon erhielten sie Astaxanthin in einer Dosierung von 3 mg pro Kilogramm Gewicht.

Nach Abschluss des Experiments zeigte sich, dass die Tiere mit Astaxanthin im Vergleich zu der Cuprizongruppe und den beiden Scheingruppen mehr Muskelkraft hatten. Auch die Schäden an den Oligodendrozyten und die Störung der Myelinscheide fiel bei der Astaxanthingruppe geringer aus als bei der Cuprizongruppe. Die Wissenschaftler halten es deshalb für erwiesen, dass Astaxanthin in diesem Tiermodell die Nerven schützt.

Quellenverzeichnis

Lotfi A, Soleimani M, Ghasemi N. Astaxanthin Reduces Demyelination and Oligodendrocytes Death in A Rat Model of Multiple Sclerosis. Cell J. 2021 Jan;22(4):565-571. doi: 10.22074/cellj.2021.6999. Epub 2020 Apr 22. PMID: 32347051; PMCID: PMC7211289. (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32347051/)

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Kornelia ist ausgebildete Redakteurin, Buchautorin und freie Texterin. Ihre Erfahrung mit Ess-Störungen hat sie in drei Kochbüchern beschrieben, die alle den Gourmand World Cookbook Awards von Edouard Cointreau gewonnen haben. Ihr Buch Cooking for Happiness hat sogar den Titel ‘Best in the World’ in der Kategorie Innovativ erhalten. Neben Ernährung faszinieren sie vor allem Themen im Bereich Gesundheit. Ihr umfangreiches Wissen in diesen Gebieten stellt sie leicht verständlich dar. Besonders liegt ihr eine ganzheitliche Sicht der menschlichen Existenz im Allgemeinen und Körperfunktionen im Besonderen am Herzen.

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