Hilft Vitamin E beim Abnehmen?

Die Zahl übergewichtiger Menschen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten weltweit stark erhöht. Fettleibigkeit erhöht das Risiko für zahlreiche Krankheiten stark, unter anderem Diabetes und verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Deshalb wird Übergewicht mittlerweile als ein großes soziales Problem in Industrie- und in Entwicklungsländern betrachtet. Japanische Wissenschaftler haben jetzt in einem Tierversuch untersucht, ob Vitamin E beim Abnehmen helfen kann.

Form von Vitamin E schützt Nieren und Leber

Die meisten von uns wissen, dass eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung die besten Mittel sind, um Fettleibigkeit vorzubeugen. Dennoch wären zusätzlich Medikamente zur wirksamen Behandlung von Übergewicht überaus nützlich, um Gewichtsverlust zu unterstützen.

Leider sind nur wenige Substanzen bekannt, die helfen können, Übergewicht und seine gefürchteten Folgeerkrankungen zu verhindern oder zu behandeln. Ein Problem besteht darin, dass einige der Mechanismen von Krankheiten, die durch Fettleibigkeit verursacht werden, unklar sind.

Beispielsweise gibt es einige Hinweise darauf, dass Fettleibigkeit oxidativen Stress im Körper erhöht. Einige Wissenschaftler vermuten, dass starker oxidativer Stress der Grund dafür ist, dass Fettleibigkeit den Weg für neurodegenerative Erkrankungen wie die Alzheimer-Krankheit ebnet. Deshalb könnte es hilfreich sein, wenn potenzielle Medikamente zur Behandlung von Fettleibigkeit auch starke antioxidative Funktionen hätten.

Vor diesem Hintergrund untersuchte ein japanisches Forscherteam unter der Leitung von Professor Koji Fukui vom Shibaura Institute of Technology (SIT), Japan, ob Tocotrienole (T3s), ein Subtyp von Vitamin E, die gesuchten Eigenschaften entfalten könnte. Diese Studie wurde in einer Sonderausgabe von MDPIs Molecules veröffentlicht wurde.

In früheren Studien wurde bereits gezeigt, dass T3s die Zunahme von Körpergewicht von Mäusen unterdrücken kann, wenn sie eine fettreiche Diät (HFD) bekommen. Allerdings ist nicht bekannt, welche Mechanismen diesen Effekt bewirken.

Um dieses Problem zu beleuchten, führte das Team verschiedene Experimente an Mäusen durch. Sie bekamen entweder HFD, HFD und zusätzlich T3s oder einer Kontrolldiät mit oder ohne T3s (Ctrl+T3s bzw. Ctrl).

Wie erwartet, führte die Fütterung einer HFD über 13 Wochen dazu, dass die Mäuse im Vergleich zur Kontrollgruppe viel zunahmen. Im Gegensatz dazu hatten Mäuse, die mit einer HFD und T3s behandelt wurden, ein signifikant geringeres Körpergewicht.

Die Forscher fanden heraus, dass T3s die Ansammlung von weißem Fettgewebe um die Nieren verringert und die Leber vor Schäden durch die HFD schützt. Darüber hinaus trug T3s dazu bei, den Spiegel „schlechtem Cholesterin“ im Blut zu senken, ohne den Spiegel von „gutem Cholesterin“ zu beeinträchtigen. Professor Fukui: „Insgesamt deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass eine höhere Aufnahme von Tocotrienolen (Vitamin E) aus der täglichen Nahrung wirksam sein kann, um Fettleibigkeit zu verhindern.“

Frühere Studien haben berichtet, dass Fettleibigkeit kognitive Dysfunktionen verursachen kann. Deshalb führten die Forscher mehrere Experimente durch, um mögliche Verhaltensänderungen bei den Mäusen und die Rolle von T3s dabei zu prüfen.

Im Allgemeinen fanden die Forscher bei Verhaltenstests keine großen Unterschiede zwischen Mäusen, die mit HFD plus T3s behandelt wurden, und solchen, die mit Ctrl plus T3s behandelt wurden. Auch in einem offenen Feldtest gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen Mäusen, die mit einem HFD behandelt wurden, und solchen, die mit HFD plus T3s behandelt wurden (beide Gruppen zeigten eine verringerte Aktivität).

Mäuse, die allein mit einer HFD behandelt wurden, schienen sich jedoch in der Mitte einer Freiland-Testkammer viel weniger zu bewegen. Ein solches Verhalten wird im Allgemeinen als Zeichen für Angst oder Depression bewertet.

Um zu klären, warum eine HFD diesen Effekt hatte, überprüfte das Team die Werte einiger Biomarker für oxidative Prozesse im Gehirn. Dazu gehörte die Expression des vom Gehirn stammenden neurotrophen Faktors, eines Proteins, das für die Entwicklung von Neuronen und kognitive Funktionen entscheidend ist. Sie fanden jedoch keine nennenswerten Unterschiede zwischen der HFD-Gruppe allein und der Kontrollgruppe. Deshalb ist ungewiss, warum die HFD das Verhalten von Mäusen beeinflusst.

Während einige der Auswirkungen von T3s auf den Körper ein Rätsel bleiben, wirft diese Studie sicherlich Licht auf mögliche Medikamente, die Übergewicht bekämpfen können. Professor Fukui stellte diesbezüglich fest: „Wir hoffen, dass unsere Forschung weitere Studien zu Anti-Adipositas-Substanzen wie Tocotrienolen und ähnlichen Verbindungen anregt. Unser oberstes Ziel ist es, die Zahl der Menschen, die an Krankheiten im Zusammenhang mit Fettleibigkeit leiden, zu verringern.“

Quelle:

Kato Y, Aoki Y, Kiyose C, Fukui K. Tocotrienols Attenuate White Adipose Tissue Accumulation and Improve Serum Cholesterol Concentration in High-Fat Diet-Treated Mice. Molecules. 2022; 27(7):2188. https://doi.org/10.3390/molecules27072188 (https://www.mdpi.com/1420-3049/27/7/2188)

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