Große Studie: Nitrat von Gemüse stärkt das Herz

Wer täglich reichlich Nitrat von Gemüse verzehrt, verringert sein Risiko für Herzerkrankungen. Zu diesem Schluss kamen australische Wissenschaftler im Rahmen einer groß angelegten Studie. Sie analysierten dafür Daten, die Ernährungsgewohnheiten und den Zustand der Gesundheit von über 50.000 Menschen 23 Jahre lang beschreiben. Demnach reicht eine Tasse von rohem Gemüse für die optimale Versorgung mit Nitrat vollkommen aus.

Optimal: Gemüse als Smoothie, nicht als Saft

Forscher der Edith Cowan University (ECU) in Joondalup, West-Australien, veröffentlichten diese Studie, die sich mit der Wirkung von nitratreichem Gemüse befasst. Zahlreiche grüne Blattgemüse – Spinat, Rucola, Salat – und andere Gemüsesorten wie Rüben, beispielsweise Rote Bete, liefern eine große Menge von Nitraten.

Dieser Nährstoff ist ein natürlicher Bestandteil des Bodens, den Pflanzen für die Bildung von Proteinen brauchen. Bakterien oder Hitzebehandlung können Nitrat zum gesundheitsschädlichen Nitrit umwandeln. Daraus kann im Körper Nitrosamin entstehen, das sich in Tierversuchen als krebsfördernd erwiesen hat.

Für die Studie analysierten die australischen Wissenschaftler Daten von 56.468 Einwohnern Dänemarks, die an einer dänischen Studie über Ernährung, Krebs und Gesundheit teilgenommen hatten. Diese Dänen hatten alle einen Fragebogen über ihre Ernährung ausgefüllt. Unter anderem hatten sie angegeben, wie häufig sie bestimmte Lebensmittel verzehrten. Diese Daten wurden anschließend mit ihren Gesundheitsakten verglichen.

Die Studie zeigt, dass nur eine Tasse rohes nitratreiches Gemüse das Risiko für Herzerkrankungen erheblich verringert. Die Analyse ergab, dass regelmäßiger, reichlicher Verzehr von rohem Gemüse den Blutdruck senken hilft. Je mehr Nitrat gegessen wird, desto niedriger ist der Blutdruck. Offensichtlich kann man allein mit nitratreichem Gemüse das Risiko für Herzerkrankungen um 12 bis 26 Prozent senken.

Studienleiterin, Dr. Catherine Bondonno vom ECU-Institut für Ernährungsforschung sagte: „Die größte Verringerung des Risikos war bei Erkrankungen der peripheren Arterien zu verzeichnen, einer Art von Herzerkrankungen, die durch die Verengung der Blutgefäße der Beine gekennzeichnet sind. Wir stellten jedoch auch fest, dass Menschen ein geringeres Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herzinsuffizienz hatten.”

Die Studie ergab, dass die optimale Menge an nitratreichem Gemüse eine Tasse pro Tag war. Eine größere Menge scheint  keine zusätzlichen Vorteile zu bringen.

Dr. Bondonno empfiehlt, Blattgemüse und andere nitratreiche Gemüse in Form von Smoothies zu verzehren. Man könne diese Gemüsesorten beispielsweise mit Beeren oder Banane zusammen pürieren. Entsaften empfiehlt sie nicht, weil dadurch Fruchtfleisch und Ballaststoffe entfernt werden.

Der wissenschaftliche Artikel „Pflanzliche Nitrataufnahme, Blutdruck und kardiovaskuläre Erkrankungen: Studie zur dänischen Ernährung, Krebs und Gesundheit“ wurde im European Journal of Epidemiology veröffentlicht. Er ist eine Zusammenarbeit zwischen der Edith Cowan University, der Danish Cancer Society und der University of Western Australia.

Die große Zahl der Datenlieferanten und die lange Zeit der Beobachtung verleihen den Ergebnissen dieser Studie nach Ansicht von Experten großes Gewicht. Allerdings handelt es sich um eine reine Beobachtungsstudie. Der Goldstandard bei wissenschaftlichen Untersuchungen sind randomisierte Studien mit Kontrollgruppen und großen Teilnehmerzahlen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache und fordern jedes Jahr rund 17,9 Millionen Menschenleben. Die leitende Forscherin, Dr. Catherine Bondonno vom ECU-Institut für Ernährungsforschung sagte, die Identifizierung von Diäten zur Vorbeugung von Herzerkrankungen sei deshalb eine Priorität.

Quelle:

Bondonno CP, Dalgaard F, Blekkenhorst LC, Murray K, Lewis JR, Croft KD, Kyrø C, Torp-Pedersen C, Gislason G, Tjønneland A, Overvad K, Bondonno NP, Hodgson JM. Vegetable nitrate intake, blood pressure and incident cardiovascular disease: Danish Diet, Cancer, and Health Study. Eur J Epidemiol. 2021 Apr 21. doi: 10.1007/s10654-021-00747-3. Epub ahead of print. PMID: 33884541. (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33884541/)

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