Drückt die Menopause deutlich aufs Herz?

Hormonelle Veränderungen während der Menopause können zu einer Verschlechterung der kardiovaskulären Gesundheit führen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von finnischen Wissenschaftlern. Offensichtlich sind veränderte Mengen von Sexualhormonen für einen Anstieg des Cholesterinspiegels von Low-Density-Lipoprotein (LDL) verantwortlich.

Zuletzt aktualisiert am 12. August 2022 um 15:45

Sexualhormone beeinflussen Cholesterinspiegel

Rund 10% des Anstiegs von Low-Density-Lipoprotein (LDL) während der Wechseljahre lassen sich auf Sexualhormone zurückführen, so die Studie, die im European Journal of Preventive Cardiology veröffentlicht wurde. Frauen kommen normalerweise zwischen dem 48. und 52. Lebensjahr in die Wechseljahre, was zu einem Rückgang des Östrogenspiegels und einem Anstieg des follikelstimulierenden Hormons (FSH) führt.

Die Ergebnisse früherer Studien haben bereits gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Stoffwechsel in den Wechseljahren und Herzerkrankungen gibt. Die neuen Studienergebnisse zeigen zusätzlich einen Zusammenhang mit Veränderungen der weiblichen Geschlechtshormone. Die Metabolitenverschiebungen wurden teilweise durch eine Hormonersatztherapie (HRT) verbessert.

Wichtig: Auf Fettqualität und Bewegung achten

„Die Menopause ist unvermeidlich, aber es ist möglich, dass die negative Stoffwechselverschiebung durch gesunde Ernährung und körperliche Aktivität verringert werden kann“, sagte Dr. Eija K. Laakkonen von der Universität Jyväskylä, Finnland, bei der Vorstellung der Studie. „Besonders Frauen sollten auf die Fettqualität in ihrer Ernährung achten und sich ausreichend bewegen, um die kardiorespiratorische Fitness zu erhalten. HRT ist eine Option, die Frauen an diesem Punkt ihres Lebens mit Gesundheitsdienstleistern besprechen sollten“, betonte Dr. Laakkonen.

Die Analyse umfasste 218 Frauen in der Perimenopause, die zu Studienbeginn keine HRT erhielten. Die Forscher erhielten die Werte von 2 Hormonen, Estradiol und FSH, und 180 Metaboliten, einschließlich Aminosäuren, Lipiden und Lipoproteinen, über Blutproben zu Studienbeginn und alle 3 bis 6 Monate bis zur frühen Postmenopause.

Metabolitenprofil detailliert untersucht

Der menopausale Zustand wurde anhand von Blut-FSH-Spiegeln und Menstruationstagebüchern beurteilt. Frühe Postmenopause wurde definiert als erhöhte FSH-Spiegel bei mindestens 2 aufeinanderfolgenden Gelegenheiten und ohne Perioden für mehr als 6 Monate. Insgesamt 35 Frauen begannen während der Studie mit der HRT.

Dr. Laakkonen: „Unsere Studie untersuchte, ob die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren das in Blutproben vor und nach der Menopause gemessene Metabolitenprofil moduliert. Da der Übergang in die Menopause, also die Zeit mit unterschiedlichen Hormonspiegeln und unregelmäßiger Menstruation, von Person zu Person sehr unterschiedlich ist, wurden die Zeitpunkte für die Bewertung individuell festgelegt.“

Starker Einfluss der hormonellen Umstellung

Die Forscher führten detaillierte statistische Analysen durch, um zu bestimmen, welche Veränderungen bei den Metabolitenspiegeln während des Übergangs in die Menopause auftreten und ob diese Veränderungen mit der Verschiebung der Sexualhormonspiegel zusammenhängen. Darüber hinaus bewerteten die Forscher, ob die Metaboliten-Trajektorie zwischen HRT-Anwenderinnen und Nicht-Anwenderinnen variierte.

Die Menopause war mit einer statistisch signifikanten Veränderung der Spiegel von 85 Metaboliten verbunden. Die Ergebnisse der Analyse zeigten, dass die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren direkt die Veränderung von 64 der 85 Metaboliten erklärte, wobei die Effektstärken von 2,1% bis 11,2% reichten. Zu den untersuchten Metaboliten zählten Aminosäuren, Fettsäuren, LDL-Cholesterin und Triglyceride.

Keine eindeutigen Schlussfolgerungen

Bei der Analyse wurden das Alter zu Studienbeginn, Alkoholkonsum, Ernährungsqualität, Dauer der Nachbeobachtung, Bildungsniveau, körperliche Aktivität und Raucherstatus erfasst. Die Ergebnisse einer zweiten explorativen Analyse zeigten, dass eine HRT mit einem Anstieg des High-Density-Lipoprotein-Cholesterins und einer Senkung des LDL-Cholesterins verbunden war.

Allerdings gibt die aktuelle Studie nur Hinweise. „Es können keine eindeutigen Schlussfolgerungen über die Auswirkungen der HRT gezogen werden, da die Stichprobengröße der Frauen, die mit der Therapie begannen, klein war und die Studie lediglich eine Beobachtung war“, sagte Dr. Laakkonen.

Quelle:

Karppinen, Jari & Törmäkangas, Timo & Kujala, Urho & Sipilä, Sarianna & Laukkanen, Jari & Aukee, Pauliina & Kovanen, Vuokko & Laakkonen, Eija. (2021). Menopause modulates the circulating metabolome: evidence from a prospective cohort study. 10.1101/2021.12.17.21266891. (https://www.researchgate.net/publication/357138827_Menopause_modulates_the_circulating_metabolome_evidence_from_a_prospective_cohort_study)

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