Die Macht der Farbe Grün

Eine grüne Med-Diät kann die altersbedingte Hirnatrophie verlangsamen. Das ist das Ergebnis einer neuen Langzeit-Studie eines Teams internationaler Wissenschaftler unter der Leitung der Ben-Gurion-Universität in Israel. Eine grüne mediterrane Ernährung reich an Polyphenolen und arm an rotem und verarbeitetem Fleisch kann die altersbedingte Hirnatrophie verlangsamen.

Pflanzenwirkstoffe verlangsamen altersbedingte Neurodegeneration

In einer 18-monatigen Studie entdeckten Forscher, dass eine grüne Med-Diät mit hohem Gehalt an Mankai-Wasserlinsen und grünem Tee und wenig rotem Fleisch die Anzeichen einer altersbedingten Neurodegeneration dramatisch reduzierte. Die randomisierte Kontrollstudie mit 300 Teilnehmern des Kernforschungszentrums in Dimona ist eine der längsten und größten Studien der Welt, die MRT-Scans des Gehirns verwendet.

Es ist nicht das erste Mal, dass Mitarbeiter von Dimona an großen ernährungsbezogenen Studien teilnehmen. Die Mitarbeiter des Kernforschungszentrums verlassen tagsüber die Räumlichkeiten nicht. Das Mittagessen wird vor Ort bereitgestellt – fast ideale Bedingungen, um Studien über Ernährung durchzuführen.

Die Teilnehmer der aktuellen Studie wurden auf der Grundlage ihres Bauchumfangs und ihres hohen Cholesterinspiegels ausgewählt. Entsprechend ihrer Ernährung wurden sie in drei Gruppen eingeteilt. Vor und nach der Studie wurden MRT-Messungen des gesamten Gehirns durchgeführt.

Eine Gruppe ernährte sich regelmäßig gesund. Eine andere Gruppe von Studienteilnehmern erhielt eine mediterrane Diät. Die letzte Gruppe bekamm eine mediterrane Ernährung mit einem hohen Anteil von polyphenolreichen grünen Bestandteilen.

Die Mitglieder dieser Gruppe tranken täglich 3 bis 4 Tassen grünen Tee und täglich einen grünen Shake aus Mankai-Wasserlinsen als Ersatz für das Abendessen. Gleichzeitig wurde der Verzehr von rotem und verarbeiteten Fleisch stark eingeschränkt. Walnüsse, die reich an Polyphenolen sind, wurden diesen Teilnehmern ebenfalls zur Verfügung gestellt.

Alle drei Gruppen erhielten kostenlose Mitgliedschaften im Fitnessstudio und nahmen an Programmen für körperliche Aktivität teil, die auf Aerobic-Übungen basierten.

Die Studie, die im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde, wurde von Dr. Alon Kaplan und Prof. Iris Shai, Professorin an der Ben-Gurion-Universität und außerordentliche Professorin an der Harvard University, zusammen mit mehreren internationalen Teams von Gehirnexperten durchgeführt.

Die Forscher maßen die Hippocampusbelegung (HOC) und das laterale Ventrikelvolumen (LVV) als Indikatoren für Hirnatrophie und Anzeichen für zukünftige Demenz. Die von den Gehirn-MRT gewonnenen Daten wurden mit NeuroQuant, einem von der FDA (Food and Drug Administration) zugelassenen vollautomatischen Tool, quantifiziert und segmentiert.

Diese Studie ist die erste, bei der Wissenschaftler die Wirkung der Ernährung auf altersbedingte Hirnatrophie untersucht haben. Die Forscher waren überrascht, eine dramatische Verringerung der Hirnatrophie über 18 Monate hinweg bei allen Studienteilnehmern mit mediterraner Ernährung zu sehen. 

Die Teilnehmer in der Gruppe mit der grünen Ernährung zeigten besonders gute Ergebnisse, insbesondere die Personen im Alter von über 50 Jahren.

Darüber hinaus stellten die Wissenschaftler fest, dass eine Verbesserung der Insulinsensitivität unabhängig mit einer abgeschwächten Hirnatrophie einherging.

Ein größerer Konsum von Mankai, grünem Tee und Walnüssen und ein geringerer Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch waren signifikant mit einem Rückgang der Hippocampus-Belegung verbunden.

„Der vorteilhafte Zusammenhang zwischen der grünen mediterranen Ernährung und altersbedingter Neurodegeneration könnte teilweise durch die Fülle an Polyphenolen in pflanzlichen Nahrungsquellen erklärt werden, die antioxidative und entzündungshemmende Metaboliten enthalten“, sagte Professorin Shai.

„Polyphenole können die Blut-Hirn-Schranke (BHS) überwinden, Neuroinflammationen reduzieren und Zellproliferation und Neurogenese im Hippocampus induzieren.“ Zellproliferation bezeichnet das schnelle Wachstum von Zellen. Neurogenese beschreibt die Bildung von Nervenzellen.

„Unsere Ergebnisse könnten einen einfachen, sicheren und vielversprechenden Weg zur Verlangsamung der altersbedingten Neurodegeneration durch Einhaltung einer grün-mediterranen Ernährung vorschlagen“, fügte Dr. Kaplan hinzu.

Diese Studie wurde finanziert durch Zuschüsse der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), des israelischen Gesundheitsministeriums; das israelische Ministerium für Wissenschaft und Technologie. Die California Walnuts Commission trug ebenfalls zur Finanzierung bei.

Quelle:

Alon Kaplan, Hila Zelicha, Anat Yaskolka Meir, Ehud Rinott, Gal Tsaban, Gidon Levakov, Ofer Prager, Moti Salti, Yoram Yovell, Jonathan Ofer, Sebastian Huhn, Frauke Beyer, Veronica Witte, Arno Villringer, Nachshon Meiran, Tamar Bakun Emesh, Peter Kovacs, Martin von Bergen, Uta Ceglarek, Matthias Blüher, Michael Stumvoll, Frank B Hu, Meir J Stampfer, Alon Friedman, Ilan Shelef, Galia Avidan, Iris Shai, The effect of a high-polyphenol Mediterranean diet (GREEN-MED) combined with physical activity on age-related brain atrophy: the DIRECT PLUS randomized controlled trial, The American Journal of Clinical Nutrition, 2022;, nqac001, https://doi.org/10.1093/ajcn/nqac001 (https://academic.oup.com/ajcn/advance-article/doi/10.1093/ajcn/nqac001/6503596)

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