Darmbakterien verjüngen Mäuse

Immer mehr Studien belegen, wie stark das Mikrobiom in unserem Darm die Gesundheit beeinflusst. Eine kürzlich veröffentlichte Studie internationaler Forscher beschreibt, wie das Gehirn von Mäusen durch Mikrobiota-Transplantation tatsächlich verjüngt werden konnte. Die verbesserte Darmflora stärkte außerdem das Immunsystem im Gehirn.

Zuletzt aktualisiert am 7. Dezember 2021 um 18:46

Entscheidende Rolle für Gehirnfunktionen

Der enge Zusammenhang zwischen Verdauungssystem und Gehirn ist seit langem bekannt. Experten bezeichnen unseren Darm mittlerweile als das zweite Gehirn und sprechen von der Darm-Hirn-Achse. Wie mächtig diese Verbindung tatsächlich ist, belegt die neue Studie. Sie wurde vor Kurzem im Wissenschaftsmagazin Nature Aging veröffentlicht.

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Dabei zeigten Wissenschaftler unter der Leitung von Marcus Boehme vom University College Cork in Irland, welche Effekte eine Mikrobiota-Transplantation von jungen auf alte Mäuse haben kann. Dabei wurden fäkale Darmbakterien übertragen.

Die Forscher fanden heraus, dass viele der Auswirkungen des Alterns auf das Lernen und das Gedächtnis dadurch umgekehrt wurden. Auch die negativen Auswirkungen des Alterns auf die peripheren Immunzellen wurden abgeschwächt.

Durch die Transplantation wurde altersbedingte Vergrößerung der Körpergröße der Mikrogliazellen rückgängig gemacht. Diese Zellen sind die residenten Immunzellen des Gehirns. Sie werden vom Darmmikrobiom geformt und sind an einem der Hauptmechanismen beteiligt, die dem Altern zugrunde liegen.

Die Ergebnisse der neuen Studie beziehen sich auf Mäuse und eine Übertragung auf den Menschen ist nicht direkt möglich. Dennoch betonen die Forscher, dass eine Sache dadurch klar geworden ist: Die Pflege der Darmflora ist für ein gesundes Gehirn und Immunsystem von der Wiege bis zur Bahre wichtig, etwa durch eine ballaststoffreiche Ernährung.

Quelle:

Boehme, M., Guzzetta, K.E., Bastiaanssen, T.F.S. et al. Microbiota from young mice counteracts selective age-associated behavioral deficits. Nat Aging 1, 666–676 (2021). https://doi.org/10.1038/s43587-021-00093-9 (https://www.nature.com/articles/s43587-021-00093-9)

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Kornelia ist ausgebildete Redakteurin, Buchautorin und freie Texterin. Ihre Erfahrung mit Ess-Störungen hat sie in drei Kochbüchern beschrieben, die alle den Gourmand World Cookbook Awards von Edouard Cointreau gewonnen haben. Ihr Buch Cooking for Happiness hat sogar den Titel ‘Best in the World’ in der Kategorie Innovativ erhalten. Neben Ernährung faszinieren sie vor allem Themen im Bereich Gesundheit. Ihr umfangreiches Wissen in diesen Gebieten stellt sie leicht verständlich dar. Besonders liegt ihr eine ganzheitliche Sicht der menschlichen Existenz im Allgemeinen und Körperfunktionen im Besonderen am Herzen.

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