Besserer Glukosestoffwechsel über Generationen hinweg

Erstaunliche Ergebnisse hat eine neue Studie an einem Tiermodell ans Tageslicht gebracht. Demnach verbessert die Bewegung der Eltern den Glukosestoffwechsel bei den Nachkommen. Im Mittelpunkt der Untersuchungen des US-amerikanischen Forscherteams standen Metaboliten, Substanzen, die beim Stoffwechsel entstehen.

Bewegung der Eltern wirkt sich bei Nachkommen aus

Kristin Stanford, Forscherin für Physiologie und Zellbiologie am Ohio State University College of Medicine am Wexner Medical Center, leitete die Studie, die gemeinsam mit Wissenschaftlern von der Harvard Medical School durchgeführt wurde. Nach Auskunft der Studienautoren bietet ihre Arbeit neue Ansätze zu untersuchen, wie mütterliche und väterliche Bewegung die metabolische Gesundheit der Nachkommen verbessert.

Die in der Fachzeitschrift Diabetes veröffentlichte Studie untersuchte an Mäusen, wie sich die Lebensweise der Eltern auf die Metaboliten ihrer Nachkommen auswirkte. Unter anderem nahmen sie fetthaltige Nahrung sowie sportliche Aktivitäten unter die Lupe.

Metaboliten zeigen Stoffwechselfunktionen

Metaboliten sind Substanzen, die entstehen, wenn der Körper Nahrung, Medikamente oder Chemikalien oder sein eigenes Fett- oder Muskelgewebe abbaut. Dieser Prozess wird auch als Stoffwechsel bezeichnet. Er erzeugt Energie und die Stoffe, die der Körper für Wachstum, Fortpflanzung und die Erhaltung der Gesundheit benötigt. Stoffwechselprodukte können als Krankheitsmarker dienen, insbesondere für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Gewebemetaboliten tragen zum Gesamtstoffwechsel bei, einschließlich des Glukose- oder Fettsäurestoffwechsels und somit des systemischen Stoffwechsels. Dass mütterliche und väterliche Bewegung die Gesundheit der Nachkommen verbessert, wurde bereits in früheren Studien gezeigt. Dabei wurde die Gesundheit eines Organismus anhand von Gewebe- und Serummetaboliten beurteilt.

Bewegungstraining effektiv trotz fettreicher Ernährung

Kristin Stanford, Forscherin für Physiologie und Zellbiologie am Ohio State University College of Medicine: „Wie sich die Bewegung der Eltern auf das Gewebe und die Serummetaboliten der Nachkommen auswirkt, wurde aber bisher noch nicht untersucht.“ Die neuen Daten der aktuellen Studie können zeigen, wie mütterliche oder väterliche Bewegung den Stoffwechsel bei den Nachkommen verbessern könnte.

Andere Studien haben die Entwicklung von Typ-2-Diabetes und eine beeinträchtigte Stoffwechselgesundheit mit der schlechten Ernährung der Eltern in Verbindung gebracht. In dieser Studie untersuchten die Forscher die positiven Auswirkungen des elterlichen Bewegungstrainings bei einer fettreichen Ernährung auf die metabolische Gesundheit der Nachkommen.

Gezielte Metabolomik für Leber, Skelettmuskeln und Blutserum

Dafür verwendeten die Wissenschaftler gezielte Metabolomik – die Untersuchung von Metaboliten –, um die Auswirkungen von mütterlicher Bewegung, väterlicher Bewegung und der Kombination von mütterlicher und väterlicher Bewegung auf das Metabolitenprofil in den Leber-, Skelettmuskel- und Blutserumspiegeln der Nachkommen zu bestimmen.

„Wir interessieren uns seit langem für die Rolle der elterlichen Bewegung zur Verbesserung der metabolischen Gesundheit der Nachkommen. Diese Daten sind ein nächster Schritt beim Erlernen von Mechanismen, wie dies funktioniert“, sagte Kristin Stanford.

Mäusenachwuchs gesünder nach Sport der Eltern

Diese Studie ergab, dass bei Mäusen alle Formen von elterlichem Training den Ganzkörper-Glukosestoffwechsel bei den Nachkommen verbesserten. Metabolomik-Profile von Serum, Muskeln und Leber von Nachkommen zeigten, dass elterliches Training zu umfassenden Effekten über alle Klassen von Metaboliten in allen Geweben dieser Nachkommen führt.

„Jeder Einblick, wie diese Gewebemetaboliten reguliert werden könnten, könnte uns helfen zu verstehen, wie der Gewebestoffwechsel funktioniert, und einige Ideen liefern, um den Glukose- oder Fettsäurestoffwechsel im Gewebe zu fördern oder zu verbessern. Dies könnte schließlich zur Entwicklung neuer therapeutischer Instrumente oder Ziele zur Verbesserung des Stoffwechsels führen,“ sagte leitende Studienautorin Laurie Goodyear.

Zukünftige Studien sollen die spezifische Rolle von Bewegung bei der Vermittlung dieser Metaboliten aufklären und ihre Rolle bei der Verbesserung der Gesundheit der Nachkommen bestimmen, insbesondere in Muskeln und Leber.

Quelle:

Hernández-Saavedra D, Markunas C, Takahashi H, Baer LA, Harris JE, Hirshman MF, Ilkayeva O, Newgard CB, Stanford KI, Goodyear LJ. Maternal Exercise and Paternal Exercise Induce Distinct Metabolite Signatures in Offspring Tissues. Diabetes. 2022 Oct 1;71(10):2094-2105. doi: 10.2337/db22-0341. PMID: 35838316; PMCID: PMC9501651. (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35838316/)

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Kornelia ist ausgebildete Redakteurin, Buchautorin und freie Texterin. Ihre Erfahrung mit Ess-Störungen hat sie in drei Kochbüchern beschrieben, die alle den Gourmand World Cookbook Awards von Edouard Cointreau gewonnen haben. Ihr Buch Cooking for Happiness hat sogar den Titel ‘Best in the World’ in der Kategorie Innovativ erhalten. Neben Ernährung faszinieren sie vor allem Themen im Bereich Gesundheit. Ihr umfangreiches Wissen in diesen Gebieten stellt sie leicht verständlich dar. Besonders liegt ihr eine ganzheitliche Sicht der menschlichen Existenz im Allgemeinen und Körperfunktionen im Besonderen am Herzen.

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