Bahnbrechend: Patient erhält innovative Injektion gegen Krebs

Eine bahnbrechende Behandlung in Großbritannien zielt darauf ab, die Rückkehr von Krebs zu verhindern. Ein Mann aus Merseyside hat als erster im Clatterbridge Cancer Center von Liverpool einen „Impfstoff“ erhalten. Forscher hoffen, dass er das Wachstum seines wiederkehrenden Kopf-Hals-Krebses unterbricht. Die klinische Forschungsstudie des Biotech-Unternehmens Transgene könnte dazu beitragen, weitere innovative Krebstherapien zu entwickeln.

Zuletzt aktualisiert am 21. April 2022 um 11:54

Weniger Nebenwirkungen als Chemo- und Strahlentherapie

Das klinische Forschungsteam des Clatterbridge Cancer Center nimmt an der klinischen Forschungsstudie von Transgene teil, die in der zweiten Aprilwoche beim jährlichen Treffen der American Association for Cancer Research vorgestellt wurde. Für diese Studie arbeiten ausgewählte Kliniken in den USA, Frankreich und Großbritannien zusammen.

Im Rahmen dieser Studie wurde dem Patienten Graham Booth eine Injektion verabreicht, die auf seine persönliche DNA zugeschnitten ist und seinem eigenen Immunsystem helfen soll, Krebs dauerhaft abzuwehren.

Graham wurde im Jahr 2011 zum ersten Mal mit Kopf-Hals-Krebs diagnostiziert. In den folgenden Jahren kehrte der Krebs viermal zurück. Jede neue Diagnose bedeutete, dass er eine zermürbende Behandlung benötigte. Neben Gesichtschirurgie und Rekonstruktion der operierten Stellen unterzog er sich auch Bestrahlungen. Er hofft nun, dass die neue Behandlung dazu führen wird, dass der Krebs nicht wiederkommt.

Der fünffache Vater Graham, 54, wird ein Jahr lang Immuntherapie-Injektionen erhalten, um die Rückkehr des Krebses zu verhindern. Dies ist Teil des Forschungsprojekts von Transgene zur Reduzierung von Todesfällen und Wiederholungen bei Kopf- und Halskrebs, einschließlich des Rachens, Hals, Mund und Zunge.

Graham aus West Kirkby sagte, er mache sich keine Sorgen darüber, die erste Person in Großbritannien zu sein, die diese bahnbrechende Behandlung erhalten habe. Für ihn habe die Behandlung „neue Türen geöffnet“. Sie gebe  ihm Hoffnung, dass der Krebs nicht wiederkommen werde. Graham sagte: „Als ich 2011 meine erste Krebsbehandlung hatte, hatte ich den Eindruck, dass der Krebs nicht zurückkehren würde.“ Doch dieser Eindruck täuschte. 2016 machte sich der Krebs erneut bemerkbar, dann 2019 und dann zweimal im Jahr 2021.

Graham Booth: „Letztes Jahr hatte ich das Gefühl, dass der Krebs voranschreitet und es nicht mehr viele Möglichkeiten gab.“ Falls die Behandlung bei ihm erfolgreich verlaufe, könne dies auch für andere Menschen neue Türen öffnen. Nach der ‚Impfung’ habe er „ein bisschen Hoffnung, dass er nie wieder zurückkehrt – was für meine Familie und alle um mich herum die Welt bedeuten würde.“

Der leitende Arzt der britischen Studie, Professor Christian Ottensmeier, beratender medizinischer Onkologe am Clatterbridge Cancer Center und Professor für Immunonkologie an der Universität Liverpool, sagte: „Heute ist ein wirklich aufregender Tag in dieser wichtigen und potenziell bahnbrechenden Forschung.“

Noch vor wenigen Jahren hätte diese aktuelle Behandlung als Science-Fiction gegolten, betonte Professor Ottensmeier. Er sagte, dass bald weitere Patienten an der Studie in Clatterbridge teilnehmen werden. Sie erhalten das Angebot individualisierter Behandlungen. Die Patienten selbst könnten davon stark profitieren. Außerdem könnte das Forschungsteam dadurch sein Wissen über personalisierte Krebstherapien erweitern, die schließlich auch zahlreichen Menschen mit anderen Krebsarten helfen könnten.

Professor Ottensmeier: „Wir sind Herrn Booth wirklich dankbar, dass er sich bereit erklärt hat, an dieser klinischen Forschungsstudie teilzunehmen.“ Es sei wunderbar, von der theoretischen Phase dieser Forschung zur Entwicklung einer Behandlung für echte Menschen übergehen zu können. Das gesamte Forschungsteam habe sehr lange auf diesen Tag gewartet: „Wir glauben, dass dies für die Patienten, die wir in Clatterbridge behandeln, einen echten Unterschied machen wird.“

Der Wissenschaftler wies auch darauf hin, dass die Injektionen für die Behandlung vom Biotechnologieunternehmen Transgene in Frankreich hergestellt werden. Sie haben seiner Auskunft nach weitaus weniger Nebenwirkungen als Chemotherapie oder Strahlentherapie, da die Injektionen gesundes Gewebe und Zellen nicht schädigen würden.

Er sagte: „Es ist unwahrscheinlich, dass diese Behandlung bedeutende Nebenwirkungen bei unseren Patienten hervorrufen wird, aber wahrscheinlich wird sie sehr bedeutende Vorteile bringen.“

Quellen:

https://www.clatterbridgecc.nhs.uk/news/first-patient-given-vaccine-cancer-pioneering-clinical-research

https://www.businesswire.com/news/home/20220308005972/en/Transgene-to-Present-New-Positive-Preliminary-Phase-I-Data-on-TG4050-myvac%C2%AE-platform-its-Individualized-Therapeutic-Cancer-Vaccine-at-AACR-2022

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